09 Apr. Sportwissenschaft Praktikum in Kapstadt – Fußballverein
„Vor meiner Reise hatte ich ein eher einseitiges Bild von Südafrika, das stark von Berichten über soziale Ungleichheit und Sicherheitsprobleme geprägt war. Während meines Aufenthalts habe ich jedoch gelernt, wie vielfältig und komplex das Land ist. Neben den Herausforderungen habe ich vor allem die positiven Seiten kennengelernt: die Herzlichkeit der Menschen, den starken Gemeinschaftssinn und die beeindruckende Natur. Mein Bild von Südafrika ist dadurch deutlich differenzierter geworden.„
– Erfahrungsbericht von Johannes, 23, Sportwissenschaftsstudent über sein Praktikum beim HBUFC
Johannes studiert Sportwissenschaften an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz und hat im Rahmen seines Studiums ein Praktikum beim Fußballverein HBUFC absolviert. Hier berichtet er über seine Erfahrungen, Herausforderungen und unvergessliche Erlebnisse aus seiner Zeit in Südafrika.


Darum habe ich mich für das Praktikum entschieden
Ich habe mich für einen Aufenthalt in Südafrika entschieden, da ich das Land schon immer als kulturell sehr vielfältig und spannend wahrgenommen habe. Zudem wollte ich meine Komfortzone verlassen, neue Perspektiven gewinnen und praktische Erfahrungen im Ausland sammeln. Mein Ziel war es, mich sowohl persönlich als auch beruflich weiterzuentwickeln, neue Menschen kennenzulernen und den Alltag in einem Land außerhalb Europas kennenzulernen. Besonders wichtig war mir dabei, praktische Erfahrungen zu sammeln, Verantwortung zu übernehmen und meinen Horizont zu erweitern.


Meine Aufgaben beim HBUFC in Südafrika
Meine Aufgaben im Projekt waren vielfältig und abwechslungsreich. Ich war aktiv in den sportlichen Alltag eingebunden und unterstützte unter anderem bei Trainings, organisatorischen Abläufen sowie bei Coaching Aufgaben. Zusätzlich gehörten administrative Aufgaben und die Unterstützung bei Veranstaltungen zu meinem Tätigkeitsbereich. Durch die unterschiedlichen Aufgaben konnte ich viele Einblicke gewinnen und meine Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen weiterentwickeln.


Meine schönstes oder außergewöhnlichste Erlebnis
Mein schönstes und zugleich außergewöhnlichstes Erlebnis war der Hike auf den Table Mountain über die schwerste Route. Diese Wanderung war sowohl körperlich als auch mental sehr anspruchsvoll und hat mich mehrfach an meine eigenen Grenzen gebracht. Der Weg nach oben war steil, technisch herausfordernd und erforderte Konzentration, Durchhaltevermögen und gegenseitige Motivation.
Gerade diese Herausforderung hat den Aufstieg für mich besonders gemacht. Oben angekommen, wurde ich mit einem unglaublichen Ausblick über Kapstadt und den Ozean belohnt, der die Anstrengung mehr als wettgemacht hat. Dieses Erlebnis hat mir nicht nur die beeindruckende Natur Südafrikas noch einmal besonders vor Augen geführt, sondern mir auch gezeigt, wie viel man erreichen kann, wenn man sich einer Herausforderung stellt und nicht aufgibt.


Perspektivenwechsel: Wie hat sich mein Bild von Südafrika verändert?
Vor meiner Reise hatte ich ein eher einseitiges Bild von Südafrika, das stark von Berichten über soziale Ungleichheit und Sicherheitsprobleme geprägt war. Während meines Aufenthalts habe ich jedoch gelernt, wie vielfältig und komplex das Land ist. Neben den Herausforderungen habe ich vor allem die positiven Seiten kennengelernt: die Herzlichkeit der Menschen, den starken Gemeinschaftssinn und die beeindruckende Natur. Mein Bild von Südafrika ist dadurch deutlich differenzierter geworden.
Hat sich mein Blick auf meine Heimat geändert?
Ja, mein Blick auf Deutschland hat sich verändert. Durch den Vergleich habe ich viele Dinge in Deutschland mehr zu schätzen gelernt, wie zum Beispiel die Infrastruktur, das Bildungssystem und die soziale Absicherung. Gleichzeitig habe ich begonnen, bestimmte Selbstverständlichkeiten kritischer zu hinterfragen und bewusster wahrzunehmen, wie privilegiert das Leben in Deutschland oft ist.
Was möchte ich mit nach Hause nehmen?
Ich möchte vor allem die gelassenere Lebenseinstellung und die Offenheit gegenüber anderen Menschen beibehalten. In Südafrika habe ich gelernt, Dinge nicht immer zu überstürzen und den Moment mehr zu genießen. Außerdem möchte ich mir die positive und lösungsorientierte Denkweise bewahren, die mir im Alltag vor Ort oft begegnet ist.


Konnte ich meine persönlichen Ziele erreichen?
Ja, ich konnte meine persönlichen Ziele größtenteils erreichen. Ich habe gelernt, selbstständiger zu handeln, mich besser auf neue Situationen einzustellen und Verantwortung zu übernehmen. Zudem habe ich viele wertvolle Erfahrungen gesammelt, die mich sowohl persönlich als auch beruflich weitergebracht haben. Rückblickend hat mich der Aufenthalt sehr geprägt und mir mehr Selbstvertrauen gegeben.
Inspiration für meinem beruflichen Werdegang?
Ja, die Mitarbeit im Projekt hat mich in meinem beruflichen Werdegang bestärkt. Die praktischen Erfahrungen und Einblicke in organisatorische Abläufe im Sportumfeld haben mein Interesse am Bereich Sportmarketing und Sportmanagement weiter gefestigt. Der Aufenthalt hat mir gezeigt, dass ich meine sportliche Leidenschaft künftig gerne mit strategischen und organisatorischen Aufgaben verbinden möchte.


Das hab ich mir anders vorgestellt:
Einige Abläufe vor Ort waren weniger strukturiert, als ich es aus Deutschland gewohnt bin. Anfangs war das eine Herausforderung, im Nachhinein habe ich jedoch gelernt, flexibler damit umzugehen. Etwas mehr Planung oder klarere Absprachen hätten den Einstieg erleichtert, insgesamt war dies jedoch Teil des Lernprozesses und eine wertvolle Erfahrung.
So habe ich gewohnt:
Ich habe in einer Unterkunft mit anderen Teilnehmenden gewohnt, was mir sehr gut gefallen hat. Das Zusammenleben war bereichernd und hat den Austausch untereinander gefördert. Die Unterkunft war einfach, aber funktional, und bot alles, was man für den Alltag benötigt. Besonders schön war das gemeinschaftliche Leben und der enge Kontakt zu anderen internationalen Teilnehmenden.

Meine Tipps an zukünftige Freiwillige und Praktikant:innen:
Zukünftigen Teilnehmenden würde ich empfehlen, offen und flexibel in den Aufenthalt zu gehen und sich auf neue Situationen einzulassen. Geduld, Eigeninitiative und eine positive Einstellung sind sehr hilfreich. Außerdem ist es sinnvoll, sich vorab über das Land und die Kultur zu informieren, gleichzeitig aber auch bereit zu sein, eigene Erwartungen loszulassen.
Das hat mir an der Betreuung durch das live&learn gefallen:
Die Betreuung durch live&learn habe ich sowohl vor der Ausreise als auch während meines Aufenthalts als sehr unterstützend empfunden. Bereits im Vorfeld wurde ich gut vorbereitet und konnte jederzeit Fragen stellen. Auch vor Ort war live&learn ein verlässlicher Ansprechpartner, was mir gerade zu Beginn ein großes Gefühl von Sicherheit gegeben hat. Insgesamt habe ich mich gut begleitet gefühlt und würde live&learn aufgrund der persönlichen und engagierten Betreuung weiterempfehlen.


Meine Tipps an zukünftige Freiwillige
Genießt die Zeit so gut es geht, sie geht viel zu schnell vorbei. Versucht so viel wie möglich die Stadt zu erleben und habt keine Angst wegen verschiedener Vorurteile anderer Menschen bezüglich Kriminalität aber habt Respekt davor und verhaltet euch richtig. Knüpft Kontakte zu Locals und geht nicht nur in die Basic Districts wie Waterfront, Sea Point oder Camps Bay. Nimmt alles mit was geht und egal wie viel Geld es kostet, Geld geht doch die Erinnerung nimmt euch keiner! Bleibt geduldig, zeigt Eigeninitiative und seid hilfsbereit. Und das Wichtigste: seid offen für neues und bleibt gesund!
Des Weiteren habe ich zusätzlich zu meinem Praktikum über live&learn die Best of Namibia Tour gebucht, welche insgesamt 12 Tage lang geht und sämtliche Sehenswürdigkeiten in Namibia abfährt. Dabei erhält man einen guten Einblick in die verschiedenen (landschaftlichen) Regionen des Landes, fährt in verschiedene kleinere Städte und lernt die Kultur des Landes etwas näher kennen. Die Tour an sich war interessant, allerdings hatte ich persönlich gedacht und auch gehofft mehr Tiere zu sehen, weshalb ich im Nachhinein etwas enttäuscht war.
Vor allem im Etosha Nationalpark war aufgrund Wetterbedingungen und Bränden im Vorfeld an unserem Tag etwas „leer“, was die Tiere angeht. Wir waren einfach zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort und hatten kein Glück. Im Nachhinein muss ich sagen, dass die Fortsetzung der Tour zu den Victoria Falls in Simbabwe (die Tour wird auch von live&learn angeboten) die bessere Entscheidung gewesen wäre, wobei da der Kostenfaktor eine größere Rolle spielen könnte.
Die Betreuung durch das live&learn-Team
Die Betreuung von live&learn war sehr gut. Vor allem die Vorbereitungsphase für meine Reise bzw. Aufenthalt mit der Checkliste hat mir extrem gut gefallen und war optimal. Mir wurden mit Fragen bezüglich anderer Aktivitäten wie beispielsweise Safari Tour und Surfcamp geholfen und sogar bei der Beantragung meines neuen Reisepasses in Kapstadt gab es Unterstützung und keine Probleme. Während meines Aufenthalts wurde sich immer wieder erkundigt, wie es mir geht und ob ich mit meinem Praktikum zufrieden bin oder ob etwas fehlt bzw. nicht passt. Ich habe mich durch live&learn sehr organisiert und gut strukturiert gefühlt und würde auch wieder mit live&learn arbeiten.

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