04 März Sport Praktikum in Südafrika Fußballverein
„Gerade die Gespräche mit dem Trainer und UEFA Pro Lizenz Inhaber Michael Loftman haben mir einen Einblick geben können wie ein professionelles Team inklusive Trainer, Manager und Präsident denken und handeln können, wie Entscheidungen getroffen werden können und was spezifische Aufgabe sein können. Aus diesen Gesprächen habe ich extrem viel mitnehmen können und haben meinen (hoffentlich) beruflichen Werdegang auch nochmal gefestigt.“
– Erfahrungsbericht von Timon, 23, Sportwissenschaftsstudent über sein Praktikum beim HBUFC
Timon studiert Sportwissenschaften an der Gutenberg Universität in Mainz und hat im Rahmen seines Studiums ein Praktikum beim Fußballverein HBUFC absolviert. Hier berichtet er über seine Erfahrungen, Herausforderungen und unvergessliche Erlebnisse aus seiner Zeit in Südafrika.


Darum habe ich mich für das Praktikum entschieden
Generell habe ich mich für ein Praktikum im Ausland bzw. Südafrika entschieden, weil ich meine Englischkenntnisse verbessern und dabei bestmöglich auch eine andere Kultur kennenlernen wollte. Ich war anfangs komplett offen und habe weder von meinem Aufenthalt noch von meinem Praktikum wenige Erwartungen gehabt, sondern wollte alles auf mich zukommen lassen. Mein Ziel war es, die Zeit so gut wie es geht zu genießen, alles aufzusaugen was geht und dabei bestmöglich meine sportwissenschaftlichen Kenntnisse, meine Kenntnisse aus meiner Trainererfahrung und meine eigene junge Lebenserfahrung weiterzuentwickeln. Gleichzeitig wollte ich wissen, wie man in einem internationalen Fußballverein arbeitet und meine Komfortzone verlassen.


Meine Aufgaben beim HBUFC in Südafrika
Es gab verschiedene Aufgabenbereiche. Zum Beginn war ich eine Art Aushilfslehrer für die Schüler der Klassenstufen 8-10, wobei ich dort bei Fragen helfen sollte. Gleichzeitig war ich in der gleichen Woche zuständig für diejenigen Spieler, die nicht mit zu einem U12 Turnier gefahren sind, habe also Training gegeben. Im späteren Verlauf meines Praktikums wurde ich Assistenztrainer der U18 und U16 bei denen ich viel im Training geholfen habe und bei den Spielen als Art Spielanalyst fungiert habe. Nebenbei wurde ich statt Aushilfslehrer der Schüler eine Art Nachhilfslehrer für den Co-Trainer der ersten Mannschafft und einem U16 Spieler, welcher zur ersten Mannschaft hochgezogen wurde. Nebenbei war ich verantwortlich für das Volunteers Handbuch des HBUFCs und kleineren administrativen Aufgaben.


Meine schönstes oder außergewöhnlichste Erlebnis
Es gab extrem viele und schöne Erlebnisse. Als Fußballer war es auf jeden Fall das erste Mal auf dem Platz in Hangberg mit der extremen geilen Kulisse aus Bergen und Meer. Ansonsten waren meine persönlichen Highlights das Cape of Good Hope, der Hike auf den Lions Head während dem Sonnenuntergang und das erste Mal auf dem Chapmans Peak mit der Aussicht auf Hangberg, Ozean und Bergen. Generell aber waren die Gespräche und das Zusammenleben mit den anderen Volunteers extrem schön.


Perspektivenwechsel: Wie hat sich mein Bild von Südafrika verändert?
Anfangs hatte ich nicht viel Plan von Südafrika und hab mir auch wenig Gedanken darüber gemacht. Im Verlauf meines Praktikums und durch etliche Einblicke, sowohl in kulturellen Sachen als auch den Gesprächen mit den Locals wurde mir mehr und mehr bewusst, wie extrem der kulturelle und soziale Unterschied zu Deutschland sein kann und das die Geschichte des Landes extrem wichtig ist, um zu verstehen, warum das so ist. Ich habe dadurch auch ein differenzierteres Bild von Südafrika bzw. Kapstadt bekommen. Man muss dazu sagen, dass Kapstadt absolut nicht repräsentativ für das ganze Land ist und ich nicht viel von Südafrika bzw. der Landschaft an sich gesehen habe. Generell dachte ich mir und denke ich auch jetzt noch, dass die Natur in Südafrika extrem schön ist und vielfältig sein kann. .
Gibt es etwas, was du auch zuhause beibehalten möchtest? Ein neues Hobby, eine neue Gewohnheit, Denkweise, Einstellung…?
Ich werde definitiv die ganzen gesammelten Erfahrungen mitnehmen und wohlmöglich in verschiedenen Situationen anwenden können. Gerade aus diesen unterschiedlichen Herangehensweisen in der Praxis beim Fußballtraining kann ich viel als Trainer mitnehmen. Aber auch diese Dankbarkeit und das Bewusstsein für das, was man hat, was ich beides schon mehrfach erwähnt habe, werde ich definitiv beibehalten. Auch die Offenheit für neues werde ich beibehalten und versuchen auch in Deutschland „anzuwenden“. Außerdem möchte ich die positive, nicht überstürzende Denkart bzw. Denkweise Probleme zu lösen beibehalten und einen Moment mehr genießen zu können.
Inspiration für meinem beruflichen Werdegang?
Gerade die Gespräche mit dem Trainer und UEFA Pro Lizenz Inhaber Michael Loftman haben mir einen Einblick geben können wie ein professionelles Team inklusive Trainer, Manager und Präsident denken und handeln können, wie Entscheidungen getroffen werden können und was spezifische Aufgabe sein können. Aus diesen Gesprächen habe ich extrem viel mitnehmen können und haben meinen (hoffentlich) beruflichen Werdegang auch nochmal gefestigt. Meinen Weg, sowohl im Trainersein als auch im zukünftigen Management-Studium werde ich weiterhin verfolgen, wobei ich mir immer noch offen lasse, ob ich schlussendlich als Sportmanager im Büro oder als Sportwissenschaftler praxisnah am Feld arbeiten werde.


Konnte ich meine persönlichen Ziele erreichen?
Tatsächlich konnte ich meine persönlichen Ziele nur teilweise erreichen. Zwar konnte ich mein Englisch auf jeden Fall verbessern und fühle mich beim Reden auch viel sicherer als vorher, jedoch habe ich nicht immer viel von meinen Kenntnissen, gerade was das Training geben angeht, weitergeben oder auch aufsammeln können. Das lag aber auch daran, dass der Zeitpunkt meines Aufenthalts während der Saison war und es dadurch schwierig war gefestigte Strukturen und Philosophien zu beeinflussen und/oder den richtigen Gedanken dahinter zu verstehen. Auf der anderen Seite konnte ich extrem viel aus der Praxis auf dem Spielfeld mitnehmen und lernen.


So hat sich mein Blick auf meine Heimat geändert:
Auf jeden Fall bin ich viel dankbarer für das, was ich habe, und schätze die Umstände in Deutschland mehr als davor. Die Gegebenheiten sind teilweise erschreckend und traurig, was in den Townships passiert einfach nur unfassbar. Im Gegenzug gibt es Gated Communities, welche so leben wie wir in Deutschland. Und obwohl das so ist, habe ich das Gefühl vermittelt bekommen, dass die Menschen in ärmeren Verhältnissen teilweise sogar glücklicher, offener und lebensfroher sind als diejenigen, die in reicheren Gegenden wohnen. Daraus nehme ich mit, dass ich und allgemein die deutsche Neidgesellschaft einfach viel dankbarer sein sollten. Außerdem werde ich jetzt diese Selbstverständlichkeit, die wir in Deutschland haben kritischer hinterfragen und das Privileg in Deutschland leben zu können bewusster wahrnehmen.
Das hätte ich gerne vorher gewusst:
Tatsächlich habe ich am Anfang nicht gewusst, wie die Unterkunft aussieht, da bei meinem Bewerbungsgespräch im Januar 2025 noch nicht feststand, wie die Volunteers wohnen werden. Dementsprechend gab es nicht viel Informationen oder Bilder zur Unterkunft, was mich aber nicht abschreckte. Ansonsten würde ich von mir selbst behaupten, dass ich sehr anpassungsfähig bin, weshalb es wenige Sachen gibt, die ich mir anders gewünscht hätte. Eher habe ich mit dem gearbeitet, was vorhanden war und versucht, das Beste draus zu machen. Man muss dazu sagen, dass im Vergleich zu Deutschland (Welchen man eigentlich immer zwangsläufig zieht) manche Abläufe weniger strukturiert waren, worauf ich mich aber sehr schnell einstellen konnte.


Meine Unterkunft
Zusammen habe ich mit sehr vielen anderen Volunteers in unserem geliebten Cottage. Das Maximum an Personen, die mit mir gewohnt haben, war 13, das Minimum 6. Die Alterspanne betrug dabei zwischen 18 und 25 Jahre, ich war also mit 23 Jahren relativ mittig. Leider waren es hauptsächlich nur deutschsprachige Personen bis auf ein paar Ausnahmen (Niederländer, Brasilianer) wodurch kaum Englisch gesprochen wurde. Ich habe mich mit allen extrem gut verstanden und hatte eine geile Zeit, ich würde auch behaupten neue Freunde gewonnen zu haben. Wir wollen uns in 2026 definitiv nochmal als Gruppe gemeinsam treffen. Dementsprechend hat es mir mit den Personen gut gefallen, auch wenn an dem ein oder anderen Tag mal die Social Battery leer war.
Die Räumlichkeiten waren einem Studentenwohnheim ähnlich, wobei es dort statt eigener Schlafräume zwei verschiedene Schlafsäle gab, die in Jungen und in Mädchen unterteilt wurden. Wir schliefen dabei sehr eng auf Hochbetten, was mich persönlich nicht störte und wodurch auch lustige Gespräche in den Abendstunden stattfanden. Allerdings war es etwas mühselig sich mit noch weiteren 8 männlichen Volunteers sich nur ein Bad und mit 13 anderen Volunteers nur eine Küche teilen zu müssen. Da ich aber schon Erfahrungen im Wohnen allein, in WGs und Wohnheimen habe, konnte ich mich schnell anpassen und hatte keine Schwierigkeiten im alltäglichen Leben. Es ist auch klar, dass es den ein oder anderen Tag mit 14 Personen in einem Haus dreckiger sein kann. Aber auch das Cottage habe ich lieben gelernt und werde es vermissen.


Meine Tipps an zukünftige Freiwillige
Genießt die Zeit so gut es geht, sie geht viel zu schnell vorbei. Versucht so viel wie möglich die Stadt zu erleben und habt keine Angst wegen verschiedener Vorurteile anderer Menschen bezüglich Kriminalität aber habt Respekt davor und verhaltet euch richtig. Knüpft Kontakte zu Locals und geht nicht nur in die Basic Districts wie Waterfront, Sea Point oder Camps Bay. Nimmt alles mit was geht und egal wie viel Geld es kostet, Geld geht doch die Erinnerung nimmt euch keiner! Bleibt geduldig, zeigt Eigeninitiative und seid hilfsbereit. Und das Wichtigste: seid offen für neues und bleibt gesund!
Des Weiteren habe ich zusätzlich zu meinem Praktikum über live&learn die Best of Namibia Tour gebucht, welche insgesamt 12 Tage lang geht und sämtliche Sehenswürdigkeiten in Namibia abfährt. Dabei erhält man einen guten Einblick in die verschiedenen (landschaftlichen) Regionen des Landes, fährt in verschiedene kleinere Städte und lernt die Kultur des Landes etwas näher kennen. Die Tour an sich war interessant, allerdings hatte ich persönlich gedacht und auch gehofft mehr Tiere zu sehen, weshalb ich im Nachhinein etwas enttäuscht war.
Vor allem im Etosha Nationalpark war aufgrund Wetterbedingungen und Bränden im Vorfeld an unserem Tag etwas „leer“, was die Tiere angeht. Wir waren einfach zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort und hatten kein Glück. Im Nachhinein muss ich sagen, dass die Fortsetzung der Tour zu den Victoria Falls in Simbabwe (die Tour wird auch von live&learn angeboten) die bessere Entscheidung gewesen wäre, wobei da der Kostenfaktor eine größere Rolle spielen könnte.
Die Betreuung durch das live&learn
Die Betreuung von live&learn war sehr gut. Vor allem die Vorbereitungsphase für meine Reise bzw. Aufenthalt mit der Checkliste hat mir extrem gut gefallen und war optimal. Mir wurden mit Fragen bezüglich anderer Aktivitäten wie beispielsweise Safari Tour und Surfcamp geholfen und sogar bei der Beantragung meines neuen Reisepasses in Kapstadt gab es Unterstützung und keine Probleme. Während meines Aufenthalts wurde sich immer wieder erkundigt, wie es mir geht und ob ich mit meinem Praktikum zufrieden bin oder ob etwas fehlt bzw. nicht passt. Ich habe mich durch live&learn sehr organisiert und gut strukturiert gefühlt und würde auch wieder mit live&learn arbeiten.

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