15 Okt. Lehramt Freiwilligendienst in Kapstadt
„Ich habe es selten erlebt, dass man so herzlich empfangen wird und ich hatte das Gefühl, dass es einem in dem Land sehr einfach gemacht wird, sich wohlzufühlen und anzukommen. Was mir in Erinnerung bleibt, ist auch die Hilfsbereitschaft der Menschen und ihr aufrichtiges Interesse. „
– Erfahrungsbericht von Lina, 24, Lehramtsstudentin
Lina studiert Lehramt mit den Fächern Deutsch und Geschichte an der Uni Kön. Da sie sich schon immer für Südafrika interessiert hat und zwischen Bachelor und Master Studium praktische Erfahrungen im Ausland sammeln wollte, engagierte sie sich für ein Schulquartal in der Schule eines Bildungsprojektes bei Kapstadt.
Hier berichtet er über ihre Erfahrungen, Herausforderungen und unvergessliche Erlebnisse aus seiner Zeit in Südafrika.
Darum habe ich mich für den Freiwilligendienst entschieden
Mich hat Südafrika als Land schon ganz lange interessiert und ich wusste auch, dass ich gerne nochmal nach meinem Bachelor einen Freiwilligendienst machen wollte. Weil ich Lehramt studiere, hat sich dann die Arbeit an der Schule total angeboten. Ich wollte gerne einen Einblick in das südafrikanische Leben und den Alltag bekommen und auch vor allem in Bezug auf meinen späteren Beruf mal einen internationalen Schulalltag miterleben.


Meine Aufgaben
Ich würde sagen, dass die Frage gar nicht eindeutig zu beantworten ist, weil sich das auch öfter geändert hat während meines Aufenthalts.
Ich habe zum Teil beim Sportunterricht mitgeholfen (oder durfte ihn auch leiten), habe viel in der zweiten Klasse unterstützt und auch mit der Learning Support Lehrerin zusammengearbeitet, die bei den Kindern den Lernstand prüfen sollte.
Es gibt einen Schüler aus der elften Klasse, der Deutsch lernen möchte und dann habe ich mich in den Pausen mit ihm getroffen, um mit ihm Deutsch zu üben.
Generell war es sehr viel Eigeninitiative, sich Aufgaben herauszusuchen und sich in den Alltag reinzufinden. Ich hatte das Gefühl, sehr viele Freiheiten zu haben, was natürlich einerseits ein großer Vorteil war, weil ich einen vielseitigen Eindruck bekommen habe, aber auf der anderen Seite kann das vor allem am Anfang auch überfordernd sein.
Insgesamt war ich aber viel im Unterricht bzw. bei Lernphasen dabei und habe dann versucht, die Kinder bei Lernschwierigkeiten zu unterstützen.
Meine schönstes oder außergewöhnlichste Erlebnis
Ich glaube ich könnte gar nicht konkret ein einziges Erlebnis nennen, sondern mir hat die gesamte Erfahrung gut gefallen. Die Schule hat jeden Freitagmorgen zum Beispiel School Assemblies und das war toll, das miterleben zu dürfen. Während meiner Zeit gab es außerdem einen Athletic Day, der auch ganz anders war, als es vermutlich in Deutschland der Fall gewesen wäre. Allgemein war es einfach schön, mit den Kindern zusammenzuarbeiten. Ich habe es selten erlebt, dass Kinder so offen und herzlich waren und sich einfach gefreut haben, wenn man sich die Zeit für sie genommen hat.
Perspektivenwechsel: Wie hat sich mein Bild von Südafrika verändert?
Ich hatte davor gar nicht unbedingt eine konkrete Vorstellung davon, wie das Land wohl sein würde, aber ich blicke sehr positiv auf meine Erfahrung zurück. Ich habe es selten erlebt, dass man so herzlich empfangen wird und ich hatte das Gefühl, dass es einem in dem Land sehr einfach gemacht wird, sich wohlzufühlen und anzukommen. Was mir in Erinnerung bleibt, ist auch die Hilfsbereitschaft der Menschen und ihr aufrichtiges Interesse. Auch abgesehen von der Schule oder Arbeit ist das Land super facettenreich und man kann ganz viele verschiedene Sachen unternehmen. Was mir nicht bewusst war, ist, dass Religion dort so eine große Rolle spielt, aber auch dort konnte ich viele neue Dinge dazulernen, die meinen Horizont sehr erweitert haben.
Hat sich mein Blick auf meine Heimat geändert?
Ich glaube das schließt sich ein bisschen der Frage davor an. Ich habe vor allem die Offenheit, das Interesse und die Hilfsbereitschaft der Menschen sehr positiv wahrgenommen und auch ganz anders als in Deutschland. Ich glaube, dass man der Kultur viel abgewinnen kann. Auch was das Arbeiten angeht, muss man sich glaube ich darauf einstellen, dass in Südafrika viele Sachen anders und meiner Wahrnehmung auch langsamer ablaufen. Ich habe aber zum Beispiel das Gesundheitssystem in Deutschland wieder mehr zu schätzen gelernt.
Was möchte ich mit nach Hause nehmen?
Auf jeden Fall! Ich glaube vor allem die Art und Weise, wie man Menschen gegenübertritt und auch dass nicht immer alles schnell und effizient sein muss, sondern dass es auch um andere Sachen geht. Dadurch, dass ich im Sommer da war und auch direkt am Strand gewohnt habe, waren wir auch fast den ganzen Tag draußen, was ich sehr schön fand und versuche, mehr in meinen Alltag hier einzugliedern.


Konnte ich meine persönlichen Ziele erreichen?
Auf jeden Fall! Ich hatte das Gefühl, einen Einblick in den Schulalltag bekommen zu haben und auch der Kontakt mit den Lehrkräften und den Kindern war sehr besonders!
Inspiration für meinem beruflichen Werdegang?
Ich würde sagen es hat mich in meiner Berufswahl bestärkt und mir eher noch weiter die Motivation gegeben, mich international weiter umzusehen und auch nochmal solche Erfahrungen in der Richtung anzugehen.
Das hab ich mir anders vorgestellt:
Ich glaube bezüglich der Einrichtung hätte ich mir gewünscht, anfangs noch etwas mehr Unterstützung zu erhalten. Es war nicht so einfach, anfangs in den Schulalltag zu finden und ich musste mich selbst sehr darum bemühen, Ansprechpersonen zu finden, die mir verschiedene Tätigkeitsbereiche näher bringen konnten.
So habe ich gewohnt:
Ich habe in einer Wg in Strand gewohnt. Die Lage direkt am Strand ist richtig toll und auch Patricia hat uns sehr viele Tipps für die Umgebung gegeben und war extrem bemüht, unseren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Dadurch, dass ich mit anderen Mädels zusammengewohnt habe, hatten wir auch direkt schon Mal Bezugspersonen vor Ort und wir hatten beispielsweise auch ein Auto zusammen, was schon sehr praktisch war. Generell mochte ich Strand auch sehr gerne, weil es direkt am Meer ist und man viele schöne Sehenswürdigkeiten, Strände und Märkte in unmittelbarer Nähe hat. Ich glaube trotzdem sollte man nicht unterschätzen, dass man sich Zimmer teilt und dass man die Leute vorher auch nicht kennt. Es gibt sehr wenig Rückzugsort, was zum Teil super intensiv sein kann und was man nicht unterschätzen sollte.


Meine Tipps an zukünftige Freiwillige
Ich glaube, dass man sehr viel Eigeninitiative mitbringen und sich offen auf eine neue Kultur einlassen sollte. Ich glaube, dass es einfacher für mich war, dass es nicht meine erste längere Auslandserfahrung war und dass ich auch schon woanders studiert habe, weil ich das Gefühl hatte, dass Selbstständigkeit sehr wichtig war. Wenn man aber offen für diese Erfahrung ist, glaube ich, dass man wirklich eine sehr schöne und wertvolle Erfahrung an der Schule machen kann.
Die Betreuung durch das live&learn-Team
Ich hatte das Gefühl, dass die Kommunikation vor der Reise sehr unkompliziert war und mir viele Informationen bereit gestellt wurden. Auch das Kennenlernen und die Stadtführung waren sehr nett und es war schön, dass man dann seine Ansprechpartner vor Ort schnell kennenlernen konnte.

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