Freiwilligendienst Ergotherapie im Surfprojekt

„Es gab so viele atemberaubende und herzberührende Momente – da kann man sich gar nicht entscheiden. Die familiäre Atmosphäre im Team von 9Miles, kleine Alltagsmomente mit den Kindern aber auch die Ausflüge und Wanderungen waren ein wahres Highlight.

– Erfahrungsbericht von Christin, 23, Freiwilligendienst Ergotherapie im Surfprojekt

Nach ihrem dualen Studium der Ergotherapie an der Hochschule Osnabrück wollte Christin Auslandserfahrung sammeln und hat sich für einen Freiwilligendienst bei unserem Surfprojekt 9Miles entschieden.

Darum habe ich mich für das Praktikum entschieden

Ich wollte schon lange eine Auslandserfahrung machen. Allerdings hatte ich mich das bisher nicht so ganz getraut. Nach Beendigung meines Studiums dachte ich: Jetzt oder nie. Ich habe mir überlegt, was ich gerne von der Welt sehen würde und welche Länder mich besonders interessieren. So bin ich schlussendlich bei Südafrika gelandet.  

Meine Aufgaben als Ergotherapeutin beim Surfprojekt

Bei dem Projekt 9Miles bin ich vielen unterschiedlichen Aufgaben nachgegangen. Mein eigentlicher Schwerpunkt war die Ergotherapie, allerdings musste ich mich in diese Rolle erst einmal einfinden. Zu meinen alltäglichen Aufgaben zählten das „Education-Program“, einer Art Hausaufgaben- und Lernbegleitung, das Zubereiten von Mahlzeiten, die Planung verschiedener spaßiger Aktivitäten für die Freizeit sowie die pädagogische Betreuung der Kinder. Zudem fand freitags immer eine Surf-/Schwimmstunde mit den Kindern statt. Im Bezug auf die ergotherapeutische Perspektive durfte ich einen Workshop im Team zu dem Thema Ergotherapie geben, führte ein Soziales-/Emotionales Kompetenztraining mit verschiedenen Kindern durch und erarbeitete mit einer Grafikdesignerin – die dort ebenfalls als Freiwillige arbeitete – ein ergotherapeutisches Aufmerksamkeitsprogramm. 

Meine schönstes oder außergewöhnlichste Erlebnis

Es gab so viele atemberaubende und herzberührende Momente – da kann man sich gar nicht entscheiden. Die familiäre Atmosphäre im Team von 9Miles, kleine Alltagsmomente mit den Kindern aber auch die Ausflüge und Wanderungen waren ein wahres Highlight. Besonders eindrucksvoll war außerdem das WhaleWatching – ein absoluter Kindheitstraum.  

Gibt es etwas, was du auch zuhause beibehalten möchtest? Ein neues Hobby, eine neue Gewohnheit, Denkweise, Einstellung…? 

Was mich nachhaltig geprägt hat, ist die herzliche und offene Art der Menschen in Kapstadt. Komplimente, kleine Aufmerksamkeiten und bestärkende Worte waren an der Tagesordnung. Gerade für meinen beruflichen Alltag möchte ich diese herzliche und lebensfrohe Energie gerne mitnehmen. 

Konnte ich meine persönlichen Ziele erreichen? 

Ja und nein. Auf der einen Seite waren der Aufenthalt und die Arbeit anders als gedacht. Ich hatte mir vorgenommen noch mehr in meiner Rolle als Ergotherapeutin zu performen. Auf der anderen Seite bin ich in vielerlei Hinsicht über mich hinausgewachsen, habe meine Englischkenntnisse verbessert, habe tolle neue Begegnungen gemacht und bin mutiger und selbstsicherer geworden.   

So hat sich mein Blick auf meine Heimat geändert:

Durch meine Erfahrungen in Südafrika habe ich einiges an Dankbarkeit für mein Leben in Deutschland dazu gewonnen. Besonders die starke Verbindung zu meinem Zuhause, meiner Familie und meinen Freunden ist während des Auslandsaufenthaltes nochmal deutlich geworden.  

Das hätte ich gerne vorher gewusst:

Als ich mich für das Projekt beworben habe, ging ich davon aus, dass ich für die ergotherapeutische Betreuung von spezifischen Kindern zuständig sein würde. Das war nicht der Fall. Ich musste mich eigenständig darum kümmern, ergotherapeutische Arbeitsweisen im Alltag von 9Miles zu integrieren. Dies war mit einem hohen Einsatz an Selbstständigkeit und Motivation verbunden. Bei neuen Ideen war das Team mehr als offen – für die Umsetzung war allerdings ebenfalls ein hohes Maß an eigenem Einsatz Voraussetzung. Zudem war das Surfen nicht Hauptbestandteil des Projektes. Dies war mir zu Beginn nicht bewusst. Einmal in der Woche ging es mit den Kindern ins Wasser, die restliche Zeit war mit Life-Skills-Trainings und Hausaufgabenbetreuung gefüllt.  

Meine Unterkunft

Ich hatte in Muizenberg ein Zimmer bei Viv, einer herzlichen und energiegeladenen Frau. Viv bewohnt den oberen Teil des Hauses, während im unteren Teil verschiedene Zimmer für Freiwillige und Reisende vergeben wurden. Während meines Aufenthaltes wohnte ich gemeinsam mit drei anderen Freiwilligen von 9Miles zusammen. Dadurch stand man direkt im Kontakt zu anderen Reiselustigen und konnte gemeinsame Unternehmungen planen. Wir konnten während unserer Zeit bei Viv Gebrauch von einem schönen Garten, einer großen Küche, einer Tischtennisplatte und vielem Weiteren machen. Muizenberg selbst hat sich immer sehr sicher und wie ein Zuhause angefühlt. 

Meine Tipps an zukünftige Freiwillige

Seid offen und denkt nicht so viel nach. In den meisten Fällen kommt sowie alles ganz anders als erwartet. Es wird auf jeden Fall eine einmalige und bereichernde Erfahrung! Auch wenn ihr euch zu Beginn nicht alles zutraut – Unterstützung bekommt ihr von allen Seiten.

Die Betreuung durch das live&learn-Team

Ohne das Team von live&learn hätte ich mir diese Reise wahrscheinlich nicht zugetraut. Aber durch die „Schritt für Schritt“-Anleitung und freundliche Betreuung ist mir vieles leichter gefallen. Besonders die eintägige „Einweisung“ vor Ort, die Checkliste vor dem Beginn der Reise und die verschiedenen Informationen, die für Kapstadt zur Verfügung gestellt wurden, haben viel Sicherheit vermittelt. Während des Aufenthaltes konnte man sich bei Fragen oder Schwierigkeiten immer an das Team von live&learn wenden. Auch die monatlichen Treffen auf dem Blue Bird Markt waren toll! 

Alles in allem würde ich mich jedes Mal aufs Neue für eine Reise-/Freiwilligenarbeit mit live&learn entscheiden. 

Du bist Ergotherapeut oder Ergotherapeutin und suchst nach einem Praktikum im Ausland?

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