23 Sep. Travel Blues – So fällt die Rückkehr aus Südafrika leichter
Die Ankunft nach einer langen Reise kann überfordernd und beängstigend sein. Hier erfährst du einige Tipps, die dir helfen dich wieder einzuleben und den Travel Blues minimieren.
1. Erwarte keinen nahtlosen Übergang.
Viele bereiten sich intensiv auf die Reise vor, aber kaum jemand für die Rückkehr.
Genau deswegen trifft sie oft unerwartet hart. Viele haben das Gefühl, sofort wieder funktionieren zu müssen, dabei hast du dich nach einer langen Reise verändert.
Gib dir Zeit, dich an die Veränderung zu gewöhnen und versuche Momente der Überforderung zu akzeptieren oder vielleicht sogar zu genießen.


2. Nutze den Moment für eine ehrliche Bestandsaufnahme.
Nach langen Reisen sehen viele plötzlich klarer, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Das muss nicht sofort zu radikalen Entscheidungen führen. Aber die Rückkehr ist oft ein guter Zeitpunkt für Fragen wie:
- Was war mein Highlight in Südafrika?
- Wie fühlt es sich an in mein gewohntes Umfeld zurückzukehren?
- Wie haben sich meine Beziehungen durch meine Abwesenheit geändert?
- Worauf freue ich mich, wenn ich wieder zuhause bin?
- Welche Eigenschaften oder Routinen möchte ich mit nach Hause nehmen?
- Was wartet Neues auf mich?
- Was vermisse ich in meinem Alltag?
Zum Glück sind einige dieser Fragen im live&learn Erfahrungsbericht enthalten, sodass du von uns automatisch ins Reflektieren kommst. Viele unserer Teilnehmenden schätzen die Lebensfreude, Entspanntheit und Offenheit der Südafrikaner:innen. Oder haben eine ganz konkrete Aktivität, die sie in ihren Alltag in Deutschland integrieren möchten. Darüber hinaus hilft es, sich diese Fragen und Erkenntnisse in den ersten Wochen zuhause ins Gedächtnis zu rufen und dankbar für die Dinge zu sein, die man an der eigenen Heimat schätzt.
3. Lenke dich ab!
In deinen ersten Tagen gibt es vermutlich eine Menge zu tun.
Von Koffer auspacken und Wiedersehen mit der Familie und Freunden bis zur Zubereitung deines Lieblingsessens, dass du während deines Südafrika Aufenthaltes vermisst hast …
All das hilft dabei, dich von deinem Travel Blues abzulenken.


4. Sprich mit Menschen, die Reisen wirklich verstehen.
Manchmal kann es frustrierend sein, von seinem tollen Abenteuer zu erzählen und dabei das Gefühl zu haben, dass das Gegenüber nicht richtig zuhört oder zu wenig nachempfinden kann, wie es dir gerade geht.
Daher hilft es, sich mit anderen Teilnehmer:innen von live&learn auszutauschen, die nach ihrer Ankunft Ähnliches empfunden haben.
5. Halte kleine Elemente der Reise im Alltag lebendig.
Du musst Südafrika nicht „abschließen“, um wieder in Deutschland anzukommen.
Im Gegenteil: Die Rückkehr wird leichter, wenn etwas bleiben darf.
Zum Beispiel Musik hören, Gerichte nachkochen, Fotos ausdrucken, ein Reisetagebuch führen, bestimmte Rituale beibehalten, mit Menschen aus der Reise in Kontakt bleiben.


6. Vitamin D Mangel ausgleichen.
Besonders bei Rückkehr in den deutschen Herbst oder Winter kann der Kontrast brutal wirken.
Weniger Sonne, Aktivitäten an der frischen Luft und spontane Begegnungen.
Um deinen Körper langsam an die Veränderung zu gewöhnen, helfen folgende Routinen: morgens direkt ins Tageslicht, Spaziergänge ohne Handy, Sport und eine gesunde Schlafroutine.
7. Vermeide die Falle „Deutschland ist nur noch schlecht“.
Nach intensiven Reisen entsteht manchmal ein emotionaler Vergleich zwischen Südafrika als lebendiges Land und dem hektischen, kalten und manchmal auch langweiligen Alltag in Deutschland.
Der Alltag kann damit kaum konkurrieren mit der Freiheit, Intensität, Spontaneität und Begegnungen, die du in Südafrika gesammelt hast. Versuche deshalb nicht, beide Länder gegeneinander auszuspielen. Beide Lebensrealitäten haben Dinge, die die andere nicht bieten kann.
Oft geht es langfristig eher darum: Wie kann ich etwas von der Offenheit der Reise in mein normales Leben integrieren? Nicht darum, dauerhaft mental „weg“ zu bleiben.


8. Gib dir Zeit, bevor du die nächste Reise buchst.
Viele reagieren auf den Blues, indem sie sich direkt in das nächste Abenteuer stürzen.
Manchmal ist das genau das richtige, aber oft ist es Symptom von der Angst das Gefühl der vorherigen Reise zu verlieren.
Bevor du direkt den nächsten Flug buchst, solltest du dir Zeit geben in Ruhe anzukommen, deine Ankunft zu reflektieren und die nächsten Schritte mit Bedacht zu planen.
9. Akzeptiere, dass ein Teil von dir sich verändert hat.
Du wirst dich nach einer langen Zeit in Südafrika wahrscheinlich nicht mehr exakt wie vorher fühlen.
Das ist überfordernd und beängstigend, aber zeigt auch, dass du mit deiner Offenheit Bereitschaft für Veränderung gezeigt hast.
Und auch, wenn es sich in Phasen des Umbruchs unruhig anfühlen mag, bringt dich die Veränderung näher zu dir.


10. Integriere deine Motivation und dein Engagement aus Südafrika in Deutschland.
Vor allem während der Freiwilligendienste und Praktika im sozialen Bereich erleben viele unserer Teilnehmer:innen, wie erfüllend und sinnstiftend ihr Engagement sein kann.
Damit dieses Gefühl auch nach der Rückkehr erhalten bleibt, kannst du deine Motivation und deinen Einsatz ebenso in Deutschland einbringen.
Ob an Hochschulen, in Gemeinden oder in Vereinen, entwicklungspolitische Projekte gibt es überall auf der Welt und sie freuen sich auf Menschen wie dich, die sich mit Engagement und Begeisterung einbringen möchten. Auch viele unserer Partnerorganisationen freuen sich, wenn du dich weiterhin für ihre Arbeit einsetzt.

Du möchtest Routinen und Gewohnheiten aus deiner Zeit in Südafrika nach Deutschland transportieren und brauchst dabei Unterstützung?
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