Erfahrungsbericht: Freiwilligenarbeit Fußball in Kapstadt

„Ein Erlebnis was mir wahrscheinlich immer in Erinnerung bleiben wird, ist mein erstes Spiel mit den Elite Men, als ich die Kabine betrete um das GPS zu verteilen und währenddessen die ganze Mannschaft lautstark singt, trommelt und tanzt.“

– Erfahrungsbericht von Sven, Freiwilligenarbeit Fußball in Kapstadt

Sven hat am Max-Planck Gymnasium in Dortmund sein Abitur bestanden, und wollte danach gerne eine Weile im Ausland leben, um seine Englischkenntnisse zu verbessern, andere Kulturen und Lebensweisen kennenzulernen und seine Erfahrungen als Coach auszubauen. Die Mitarbeit beim Fußballverein in Hout Bay, Kapstadt versprach all diese Ziele umsetzen zu können. Hier erzählt er von ihren Erfahrungen …

Meine Motivation

Noch während meiner Schulzeit habe ich mir überlegt, dass ich nach meinem Abitur gerne ins Ausland gehen möchte. Nach reichlicher Überlegung war für mich klar, dass ich gerne nach Afrika möchte, um einer möglichen Sprachbarriere mit nicht englischsprachigen Menschen zu umgehen. Letztendlich musste ich mich dann nur noch der Frage stellen, was genau ich machen wollte. Da in meinem Alltag Fußball nahezu immer eine große Rolle spielt suchte ich nach einer Gelegenheit meine Zeit im Ausland mit meiner Leidenschaft Fußball zu verbinden. Als ich nach einiger Suche auf live&learn und die Einsatzmöglichkeiten beim HBUFC gestoßen bin, hatte ich das perfekte Ziel für meinen Auslandsaufenthalt gefunden.

Meine Ziele für meine Zeit in Südafrika waren vor allem die persönliche Weiterentwicklung und das Kennenlernen fremder Kulturen und neuer Lebensweisen. Des Weiteren wollte ich mich als Fußballtrainer weiterentwickeln und neue bzw. andere Sichtweisen im Bereich Coaching kennenlernen.

Meine Aufgaben

Beim HBUFC bot sich mir die Möglichkeit im Staff des Elite Men Teams mitzuarbeiten. Meine Aufgaben waren, beim Training und den Spielen die Spieler mit ihren GPS Trackern auszustatten und das GPS entsprechend mit dem IPad aufzunehmen. Außerdem war ich dafür verantwortlich, die Einheiten mit der Drone zu filmen und das Videomaterial sowie eine geschnittene Highlight Version später hochzuladen, damit die Coaches das Training bzw. die Spiele entsprechend analysieren konnten. An Spieltagen haben wir außerdem mit dem Social Media Team zusammengearbeitet, da nach den Spielen die Spielhighlights beispielsweise auf YouTube hochgeladen wurden.

Zudem bekam ich die Aufgabe, während meines Aufenthaltes eine „Training Library“ anzulegen. Die Training Library sollte eine große Präsentation mit ca 2 Minuten Clips von allen Übungen werden. Diese wurden dann in gewisse Kategorien wie beispielsweise Ballbesitzspiel, 11 gegen 11, Kleinfeldspiel, Kondition usw. unterteilt. Ziel der Training Library war es, dass die Coaches sich in Zukunft nicht immer neue Übungen ausdenken müssen, sondern, wenn sie eine Übung zu einem Thema brauchen, in die Präsentation schauen können und verschiedene Übungen zur Auswahl haben.

Durch die Arbeit mit dem Elite Men Team konnte/sollte ich natürlich auch morgens beim Staffmeeting und später beim Video Meeting mit den Spielern dabei sein.

Neben der täglichen Arbeit mit den Elite Men gab es auch noch andere Aufgaben, welche wir häufig gemeinsam als Volunteers erledigten. Dazu zählt beispielsweise das „APD Training“, in welchem wir eine Stunde in der Woche mit Menschen mit Behinderung verschiedene Spiele gespielt haben, oder auch Jugendtraining für die U6, U8 und U10 geben, als deren Trainer für kurze Zeit nicht verfügbar war. Außerdem halfen wir beim Projekt „Santa Shoebox“, bei welchem wir Geschenke für Kinder aus Townships zusammenstellten, die ansonsten keine Geschenke zu Weihnachten bekommen würden. Eine weitere Aktion war das „Family Dinner“, welches der HBUFC einmal im Monat ausrichtet und die Familien verschiedener Spieler zu einem gemeinsamen Abendessen einlädt. Vor und nach dem Dinner war es unsere Aufgabe mit den Teilnehmern ein paar aktive Spiele zu spielen, sodass sie miteinander und mit dem Verein in Kontakt kommen. Außerdem besuchten wir Volunteers gemeinsam mit dem Frauenteam des HBUFC das Camphill Village, in welchem wir einen Tag mit den Menschen mit Behinderung dort verbrachten und gegen oder mit ihnen in sportlichen Wettkämpfen antraten.

Meine persönlichen Ziele wurden erreicht, wahrscheinlich sogar übertroffen. Ich habe nicht damit gerechnet dass ich so viele interessante Eindrücke in die Arbeit eines nahezu professionellen Fußballclubs kriegen kann. Außerdem kam ich mit vielen Spielern und Staffmitgliedern in engen Kontakt und konnte viele Einblicke in ihre Kultur und Lebensgeschichte bekommen. Zudem gab es häufig die Möglichkeit sich an sozialen Aufgaben zu beteiligen und mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen.

Meine schönstes oder außergewöhnlichste Erlebnis

Ein Erlebnis was mir wahrscheinlich immer in Erinnerung bleiben wird, ist mein erstes Spiel mit den Elite Men, als ich die Kabine betrete um das GPS zu verteilen und währenddessen die ganze Mannschaft lautstark singt, trommelt und tanzt.

Ansonsten werden mir die Wanderungen auf den Lions Head und den Tafelberg sowie die tollen Sonnenuntergänge für immer in Erinnerung bleiben.

Perspektivenwechsel: Was mich überrascht hat und was ich nach meiner Zeit anders sehe und beibehalten möchte:

Da ich Südafrika vor einiger Zeit bereits bereist habe, hatte ich schon eine Vorstellung was mich dort erwarten wird. Was mich überrascht hat ist, dass ich vor allem Kapstadt nicht so modern und fortschrittlich erwartet hätte.

Meine Sicht auf Deutschland hat sich in der Hinsicht geändert, dass die Menschen in Südafrika das Leben lockerer sehen als wir Deutschen und sich nicht so stressen lassen. Während meiner Zeit wurde es zur Gewohnheit bei vereinbarten Zeiten nachzufragen, ob es sich um „German Time“ (pünktlich) oder „African Time“ (min. 30 min später) handelt. Die Südafrikaner nehmen die Zeiten nicht so streng und lassen sich bei Verspätungen auch nicht Stressen oder aus der Ruhe bringen.

Außerdem waren die Menschen extrem dankbar. Es wurde beispielsweise vor jedem Training gebetet und sich bedankt dass alle Spieler gesund sind, dass heute ein gutes Training werden soll oder ähnliches. Unabhängig vom Glauben haben sich die Spieler so jeden Tag vor Augen geführt, für was sie dankbar sind.

Inspiration für meinem beruflichen Werdegang?

Vermutlich nicht direkt meinen beruflichen Werdegang, jedoch konnte ich mir beim Coaching Team viel Neues Wissen abgucken, welches mir in meiner Tätigkeit als Trainer extrem weiterhelfen wird.

Meine Unterkunft

Wir haben mit allen Volunteers des HBUFCs auf dem Gelände des Vereins gewohnt. Dadurch das wir auf dem Vereinsgelände waren, wo auch die Spieler schliefen, konnte man auch abseits der Arbeit mit ihren Zeit verbringen. Außerdem konnten wir den Kleinfeldplatz auf der Anlage sowie das Gym des Vereins nutzen. Jeden Montag hatten wir beispielsweise die Möglichkeit mit anderen Personen aus Hout Bay auf dem Kleinfeld 5-gegen-5 zu spielen, was mir immer sehr viel Spaß gemacht hat. Unter den Volunteers herrschte nahezu immer eine lustige und ausgelassene Stimmung, was das Leben und die Abende im Cottage sehr amüsant machte. Alles in allem kann ich sagen, dass mir das Leben und Wohnen im Cottage sehr gut gefallen hat.

Meine Tipps für zukünftige Freiwillige

Es wird schon alles klappen.

Die Betreuung durch das live&learn

Super Unterstützung, auch für meine Weiterreise nach Namibia und die Visumsbeantragung! Es hat alles ohne Schwierigkeiten geklappt.

Praktikum Sportwissenschaften Suedafrika

Du bist auf der Suche nach Freiwilligenarbeit als Sport oder Fußball Coach oder nach einem Engagement in anderen Sportprojekten?

Kontaktiere uns für Informationen zu den Einsatzmöglichkeiten bei unseren Projektpartnern!



Share This