12 Feb. Erfahrungsbericht: Ergotherapie Praktikum an Förderschule
„Die Mitarbeit in der Schule hat mich in meiner Berufswahl bestärkt. Die Arbeit mit den Kindern und die Einblicke in die ergotherapeutische Praxis in einem anderen Land haben mein Interesse an diesem Berufsfeld weiter vertieft und mir wertvolle neue Perspektiven für meinen zukünftigen beruflichen Werdegang eröffnet.“
– Erfahrungsbericht von Franzi, Ergotherapeutin aus Österreich
Franzi studiert Ergotherapie an der FH Kärnten. Um praktische Erfahrungen im Auslands zu sammeln absolviert sie ein dreimonatiges Praktikum an einer Förderschule in Strand.


Meine Motivation für das Praktikum Ergotherapie an der Förderschule
Ich habe mich für ein Praktikum in Südafrika entschieden, da ich ein neues Land sowie eine mir bisher unbekannte Kultur kennenlernen wollte. Besonders interessiert hat mich, wie Ergotherapie in Südafrika durchgeführt wird. Für meinen Aufenthalt habe ich mir das Ziel gesetzt, wertvolle fachliche Erfahrungen zu sammeln und meinen Blick auf die ergotherapeutische Arbeit in einem anderen Land zu erweitern. Zudem wollte ich neue Menschen kennenlernen und vielfältige Eindrücke über den Alltag und das Schulsystem einer Förderschule in Südafrika zu gewinnen.
Meine Aufgaben im Praktikum Ergotherapie an einer Förderschule
Ich habe mein Ergotherapie-Praktikum in einer Förderschule absolviert. Dort unterstützte ich die Ergotherapeutin der Schule bei den jeweiligen Therapiestunden mit den Kindern. Meine Aufgaben bestanden unter anderem darin, die Kinder bei Übungen zur Fein- und Grobmotorik zu begleiten sowie sie beim Training von Alltagsfertigkeiten zu unterstützen. Darüber hinaus wurde Ergotherapie teilweise auch direkt im Klassenzimmer durchgeführt, wobei ich ebenfalls aktiv mithelfen durfte.
Meine schönstes oder außergewöhnlichste Erlebnis
Es gab während meines Praktikums sehr viele schöne und besondere Momente. Besonders berührend war für mich die große Freude der Kinder, wenn man sich für sie Zeit genommen hat und mit ihnen gespielt hat. Die tägliche Arbeit mit den Kindern hat mir sehr viel Freude bereitet und war für mich eine äußerst bereichernde Erfahrung.
Perspektivenwechsel: Wie hat sich mein Bild von Südafrika verändert?
Vor meiner Reise wurde mir gesagt, dass man in Südafrika besonders vorsichtig sein müsse und das Land nicht unterschätzen dürfe. Diese Vorsicht ist zwar wichtig, dennoch habe ich die Menschen vor Ort als sehr freundlich, offen und hilfsbereit erlebt. Mein Bild von Südafrika hat sich dadurch positiv verändert, da ich neben den Herausforderungen auch sehr viele herzliche Begegnungen erleben durfte.
Was möchte ich in Österreich beibehalten?
Durch meinen Aufenthalt in Kapstadt hat sich mein Blick auf Österreich in manchen Bereichen verändert. Zu Hause muss ich mir beispielsweise keine Gedanken darüber machen, wenn es dunkel ist und ich das Haus verlasse. In Kapstadt war dies anders, da wir auch viele kurze Strecken mit dem Auto gefahren sind und ich mich im Dunkeln nicht alleine draußen aufhielt. Dadurch schätze ich den Sicherheitsaspekt in Österreich deutlich mehr. Gleichzeitig vermisse ich jedoch die Aufgeschlossenheit und Freundlichkeit der Menschen in Südafrika. Der Alltag dort ist insgesamt entspannter, weniger hektisch und weniger stressig.
Ich möchte versuchen, die lockere und gelassene Lebensweise aus Südafrika auch zu Hause beizubehalten und nicht ständig von einem Termin zum nächsten zu hetzen. Das Surfen hat mir ebenfalls sehr viel Freude bereitet, und ich hoffe, diese Möglichkeit auch weiterhin ausüben zu können. Außerdem möchte ich die Einstellung „weniger ist mehr“ stärker in meinen Alltag integrieren.
Inspiration für meinem beruflichen Werdegang?
Die Mitarbeit in der Schule hat mich in meiner Berufswahl bestärkt. Die Arbeit mit den Kindern und die Einblicke in die ergotherapeutische Praxis in einem anderen Land haben mein Interesse an diesem Berufsfeld weiter vertieft und mir wertvolle neue Perspektiven für meinen zukünftigen beruflichen Werdegang eröffnet.


Konnte ich meine persönlichen Ziele erreichen?
Ja, ich konnte meine persönlichen Ziele in vollem Umfang erreichen. Ich hatte die Möglichkeit, viel vom Land zu sehen und unterschiedliche Kulturen kennenzulernen. Zudem durfte ich wertvolle Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern mit verschiedenen Krankheitsbildern und individuellen Bedürfnissen sammeln. Darüber hinaus habe ich viele neue Menschen kennengelernt, was meinen Aufenthalt zusätzlich bereichert hat.
So hat sich mein Blick auf meine Heimat geändert:
Nach meiner Rückkehr nach Deutschland nehme ich vieles bewusster wahr und weiß den hohen Lebensstandard hier deutlich mehr zu schätzen. Dinge wie eine verlässliche Strom- und Wasserversorgung sind für mich keine Selbstverständlichkeit mehr. Gleichzeitig habe ich mir viel von der positiven, gelassenen Art der Menschen bewahrt.
Die Zeit in Südafrika hat mich zum Nachdenken gebracht und meinen Blick auf mein eigenes Leben verändert. Die beeindruckende Natur und die Herzlichkeit der Menschen machen das Land sehr besonders. Dennoch ist mir auch bewusst geworden, wie wichtig Freiheit und Sicherheit im Alltag sind – vor allem die Möglichkeit, sich unabhängig und sorgenfrei fortzubewegen.
Das hätte ich gerne vorher gewusst:
Nein, es hat alles sehr gut funktioniert und ich konnte sehr viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Insgesamt bin ich mit dem Verlauf meines Praktikums und meines Aufenthalts sehr zufrieden.
Meine Unterkunft
Ich habe in einem Apartment gemeinsam mit vier weiteren Freiwilligen und Praktikantinnen direkt an der Strandpromenade gewohnt. Die Unterkunft hat mir sehr gut gefallen und war für mich ein besonderes Highlight. Vom vierten Stock aus hatten wir einen wunderschönen Ausblick, und man konnte jeden Tag den Sonnenuntergang beobachten. Die Lage war ideal, um spazieren zu gehen oder Sport zu treiben. Ich hatte eine sehr schöne und unvergessliche Zeit in diesem Apartment.
Meine Tipps für zukünftige Freiwillige
In den Wintermonaten sollte man die Kälte und den Wind in Kapstadt nicht unterschätzen und ausreichend warme Kleidung mitnehmen. Auch in den Innenräumen kann es sehr kalt werden, da kaum geheizt wird. Daher ist es wichtig, sich gut auf diese Bedingungen vorzubereiten und genügend warme Kleidung einzupacken.
Die Betreuung durch das live&learn
Ich wurde vor meiner Reise vom live&learn Team sehr gut unterstützt. Auch vor Ort habe ich die regelmäßigen Treffen sehr nett gefunden, da dort Fragen geklärt und Anregungen besprochen werden konnten. Außerdem war es schön, Antje und Alex persönlich besser kennenzulernen. Besonders hilfreich fand ich die Stadttour mit Alex, da sie mir einen besseren Einblick in das Land vermittelte und viele meiner Fragen dadurch geklärt wurden.

Im April 2026 gibt es noch freie Praktikumsstellen im Bereich Ergotherapie.
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