Auslandspraktikum Pädagogik

Auslandspraktikum Pädagogik

Erfahrungsbericht Auslandspraktikum Pädagogik: Bericht von Sarah, Lehramtsstudentin, Praktikantin an einer Grundschule bei Kapstadt von Oktober bis Dezember 2018

Sarah studiert Pädagogik an der Universität Paderborn. Im Rahmen ihres Englischstudiums muss sie einen 12-wöchigen Auslandsaufenthalt im englischsprachigen Ausland absolvieren. Sie engagierte sich an der Grundschule eines Bildungsprojektes für Kinder aus benachteiligten Hintergründen in Somerset West, einem Vorort von Kapstadt.

Hier berichtet sie von ihren Erfahrungen in Südafrika:

Warum hast du dich für ein Praktikum in Südafrika entschieden? Welche Ziele hattest du dir für deinen Aufenthalt gesteckt, welche Erfahrungen hast du dir erhofft?
Aufgrund meines Englischstudiums musste ich für drei Monate ins Ausland. Ich wollte in ein Land, in dem ich eine komplett andere Kultur kennenlernen und mich sozial engagieren kann. Durch meine Schwester, die schon viele Male zuvor in Südafrika war und auch mit live&learn sechs Monate Freiwilligenarbeit in Südafrika geleistet hat, fiel meine Wahl auch auf das wunderschöne Land Südafrika. Durch meinen Aufenthalt erhoffte ich mir andere Kulturen kennen zu lernen und notbedürftigen Kindern zu helfen. Ich wollte einen Beitrag dazu leisten, dass es den Kindern besser geht.

Wie sah ein typischer Arbeitstag im Projekt aus? Mit welchen Aufgaben wurdest du betraut?
Ein typischer Arbeitstag verlief so, dass Patricia uns jeden Morgen gegen 7:30 Uhr an unserer Wohnung abgeholt und zu unserem Projekt gefahren hat. In der Grundschule habe ich hauptsächlich die erste Klasse begleitet und betreut. Meine Aufgaben waren hier die Unterstützung der Lehrerin, sowie die Unterrichtsvorbereitung und auch die Unterrichtsdurchführung. Der Unterricht ging meistens von 8:00 – 13:00 Uhr. Nach dem Unterricht habe ich zusammen mit einer weiteren Freiwilligen dreimal die Woche eine Flöten-, Deutsch- und Tanz-AG geleitet. Die Kinder haben an diesen AG´s unglaublich gerne teilgenommen und es hat super viel Spaß gemacht.

Wie hat dir dein Praktikum gefallen? Hast du deine Ziele erreichen können?
Das Praktikum hat mir mehr als gefallen! Es war eine so unglaublich tolle Zeit, in der ich so viele neue Leute und Eindrücke gewinnen konnte. Das Praktikum hat mich vor allem in meiner Berufswahl „Grundschullehrerin“ bestärkt. Ich habe mir zu Beginn des Aufenthaltes kaum Ziele gesetzt, da ich einfach alles auf mich zu kommen lassen wollte, ich kann jedoch sagen, dass meine Erwartungen an das Projekt übertroffen wurden. Es hat super viel Spaß gemacht mit den Kindern zu arbeiten und ich würde es jeder Zeit nochmal machen.

Was waren die Highlights? Was war schwierig?
Meine Highlights waren die Ausflüge und „Motto-Tage“. Ich durfte zum Ende des Schulhalbjahres sehr oft mit den einzelnen Klassen auf Ausflüge fahren, wie beispielsweise in einen Nationalpark oder auf einen Bauernhof . Neben den Ausflügen veranstalteten wir mit der gesamten Schule ein Fußballturnier, bei welchem alle Kinder mit sehr viel Freude teilgenommen haben. Außerdem haben wir ein Weihnachtstück vorgespielt und der Weihnachtsmann kam. Ein weiteres Highlight war der „Sports-Day“, den wir Freiwillige mit organisieren durften. Das beste Highlight war jedoch die „Graduation“ der Vorschule, bei der die Kinder an einem Abend für ihre Familien und für die Schule ein Programm mit vielen kleinen Tänzen einstudiert und vorgespielt hat. Auch hier wurden wir Freiwilligen bei der Organisation stets einbezogen.
Am Anfang war es schwierig zu erreichen, dass die Kinder uns Freiwilligen genauso respektieren wie die Lehrkräfte. Teilweise war es schwierig sich bei den Kindern durchzusetzen sobald die Lehrperson den Raum verlassen hatte. Mit der Zeit jedoch wurde dies immer einfacher.

Wie waren das Arbeitsklima und die Betreuung durch den Arbeitgeber?
Das Arbeitsklima in der Schule war immer sehr gut. Die Lehrkräfte haben uns in vielen Dingen einbezogen und es kam nie das Gefühl auf, „nur“ ein Praktikant zu sein. Uns wurde sehr viel zugetraut und auch viel Verantwortung übertragen. Die Betreuung durch Karin war sehr gut. Bei Fragen konnten wir immer zu ihr kommen. Auch die Betreuung durch Antje und Patricia war super. Wir haben uns nie alleine gefühlt und konnten wirklich immer bei Fragen oder bei Hilfe zu ihnen kommen. Einfach super! 

Jetzt, am Ende deiner Mitarbeit, würdest du sagen, dass du ein besseres Verständnis vom Leben und Arbeiten in Südafrika sowie aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen hast?
Ja, definitiv. Es war schon manchmal hart zu sehen, wie groß die Schere zwischen Arm und Reich wirklich ist. Auf der einen Seite leben die Superreichen in tollen Häusern mit Pool und nur eine Straße davon getrennt liegen die Townships, in denen die Menschen auf unfassbar kleinem Raum leben, oft ohne fließend Wasser. Durch eine Township Tour mit einem ehemaligen Einwohner eines Townships, haben wir sogar Einblicke in die Häuser und Hütten der Township Bewohner bekommen. Es war schon erschreckend zu sehen, wie die Menschen dort wirklich leben müssen. Wir in Deutschland sollten viel mehr zu schätzen wissen, wie gut es uns doch geht.
Auch die Wasserkrise in Südafrika hat mir gezeigt, wie wichtig Wasser eigentlich für unseren täglichen Alltag ist. Die Wasserkrise hat mir gezeigt, dass wir natürliche Ressourcen wie das Wasser schätzen müssen und auch hier in Deutschland viel nachhaltiger damit umgegangen werden muss, denn es ist nicht selbstverständlich.

Welches sind die wichtigsten Erfahrungen und Eindrücke, die du aus deiner Zeit in Südafrika mitnimmst?
Die wichtigsten Erfahrungen sind, dass ich viel mehr zu schätzen weiß, was ich hier in Deutschland eigentlich habe. Wir haben alles was wir zum Leben brauchen und genießen ein super tolles Leben, was sich viele nur träumen. Ich habe in der Zeit in Südafrika unglaublich viele Eindrücke gewonnen, die ich gar nicht alle aufzählen kann. Ich habe viele neue und liebe Leute kennengelernt und besonders die Kinder sind mir ans Herz gewachsen. Es war einfach toll, jeden Morgen mit Umarmungen von den Kindern begrüßt zu werden und zu merken, wie sehr die Kinder deine Anwesenheit zu schätzen wissen.

Was hat dir gefallen, was war schwierig?
Mir hat einfach alles gefallen. Es gibt wirklich nichts, bei dem ich sagen könnte, dass ich es bereut habe.
Der Start war natürlich etwas schwierig und komisch, aber ich denke, das ist auch normal. Man kommt schließlich alleine für eine so lange Zeit in ein neues Land und muss erstmal in den Alltag kommen.

Auto und Transport: Was empfiehlst du anderen in Bezug auf ein Auto?
Wir wurden, wie bereits erwähnt, jeden Morgen und Nachmittag von der lieben Patricia zur Arbeit gefahren und auch wieder abgeholt. In unsere Freizeit sind wir viel UBER gefahren, haben uns aber auch sehr oft, vor allem für die Wochenenden ein Auto gemietet. Da wir meistens immer mindestens zu fünft oder sogar auch zu zehnt unterwegs waren, hat sich ein Auto super gelohnt und war meistens sogar noch billiger als UBER. Durch das Auto waren wir halt viel flexibler und haben super viele tolle Sachen erleben können.

Wie hast du das Thema persönliche Sicherheit und Kriminalität empfunden? Was würdest du anderen Praktikanten und Freiwilligen dazu raten?
Ich persönlich habe mich nie unwohl oder unsicher in Südafrika gefühlt. Klar sollte man nicht alleine im Dunkeln rumlaufen oder das Handy oder die Geldbörse offensichtlich an sich tragen. Patricia und auch Antje haben uns darüber informiert, wie die Sicherheit in Südafrika ist und sofern du dir diese Ratschläge zu Herzen nimmst und immer vorsichtig bist und all deine persönlichen Wertsachen nah an deinem Körper hältst, sollte nichts passieren. Zudem braucht man auch nicht immer sein Handy. Es ist auch mal schön, ohne irgendwelche Wertsachen an den Strand zu gehen ;-).

Wie hast du gewohnt und wie hat es dir gefallen?
Ich habe zusammen mit 11 anderen Freiwilligen in einer Wohnung in The Strand gewohnt. Von unserem Wohnzimmer aus konnten wir direkt auf das Meer und den Beach schauen und direkt aus der Tür raus, standen wir auch schon am Wasser. Es war also super, um nach der Schule einfach an den Strand zu gehen oder einen schönen Spaziergang zu machen. Ich habe zunächst in dem großen 6er Zimmer gewohnt, bin dann aber nach circa 2 Wochen zusammen mit zwei anderen Mädels in das kleinere 3er Zimmer gezogen. Klar muss man sagen, dass es manchmal schon ziemlich viel ist, mit 11 anderen Leuten zusammen zu wohnen, aber ich persönlich fand es sehr toll, denn so war immer jemand da und man war eigentlich nie allein. Wir haben uns alle super gut verstanden und auch meistens alle zusammen etwas unternommen. Das Highlight unsere WG war unser wöchentlicher „Wrap-Day“ an dem wir jeden Donnerstag zusammen Wraps gemacht haben. Es war eine super tolle Zeit, in der ich tolle Leute kennengelernt habe.

Hast du in Südafrika eine Reise unternommen? Wenn ja, wie und wohin bist du gereist, und wie hat es dir gefallen? Was würdest du anderen zu diesem Thema empfehlen?
Ich habe eine fünftägige Reise mit Hotspots2c entlang der Garden Route gemacht. Diese Tour war wirklich der Hammer. Ich habe so unglaublich viel erlebt und Erfahrungen gemacht – nur zu empfehlen. Außerdem war ich zusammen mit zwei anderen Freiwilligen für 3 Tage auf der Enjo Nature Farm in den Cederbergen. Ich muss sagen, es war ein Traum. Es gibt gar keine Worte dafür, wie schön der Aufenthalt dort war. Es war so ruhig und friedlich und perfekt, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen.

Die Betreuung durch das live&learn vor der Abreise und vor Ort: Wurdest Du gut vorbereitet (Arbeitsstelle, Visa, Lebenssituation)? War das Team auch in Kapstadt gut erreichbar?
Die Betreuung durch Antje und Alex war super! Ich habe viel mit Antje telefoniert und auch sehr viel mit ihr über WhatsApp geschrieben. Ich habe mich mehr als wohl gefühlt und bei jeder noch so kleinen Frage, konnte ich mich bei ihr melden. Ich habe mich nie allein gefühlt und war immer sicher, dass wenn ich Hilfe brauche, Antje oder Alex mir sofort helfen würden. Also wirklich super! 

Die Betreuung durch Patricia am Einsatzort: Was hat Dir gefallen? Wurdest Du gut/ausreichend betreut?
Patricia war auch immer für uns da. Wir haben sie jeden Morgen gesehen und sie war auch stets bereit uns bei Fragen zur Seite zu stehen. Außerdem hat sie uns bei der Organisation der Freizeit geholfen und bei Dingen wie Auto mieten immer geholfen. Ich habe mich super wohl gefühlt!

Warum hast du dich für live&learn entschieden? Haben wir deine Erwartungen erfüllt oder hast du deine Entscheidung bereut?
Ich habe mich für live&learn entschieden, da meine Schwester auch schon mit ihnen für ein halbes Jahr in Südafrika war und nur gutes berichtet hat. Natürlich habe ich zuvor auch andere Organisationen mir angeschaut, doch bei keiner Organisation habe ich mich so wohl und sicher gefühlt, wie bei live&learn.



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