Freiwilligenarbeit Schule Südafrika

Erfahrungsbericht von Belinda, Abiturientin – Freiwillige an einer Grundschule bei Kapstadt von Juli bis Oktober 2017: 

Belinda wollte sich nach dem Abitur am Internatsgymnasium Schloss Buldern zusammen mit ihrem Freund in Südafrika sozial engagieren und die Zeit auch nutzen, um sich beruflich zu orientieren. Sie engagierte sich in der Grundschule eines Bildungsprojektes bei Kapstadt und begeisterte im Nachmittagsprogramm eine Gruppe von Schüler/innen für Nähen und Fashion Design.

Hier erzählt sie von ihren Erfahrungen:

Warum hast du dich für die Mitarbeit im Projekt Freiwilligenarbeit Schule Südafrika entschieden? Welche Ziele hattest du dir für deinen Aufenthalt gesteckt, welche Erfahrungen hast du dir erhofft?
Nachdem ich mein Abitur auf einem Internat abgeschlossen habe war mir eins schnell klar: ich möchte die Welt und ihre Kulturen erkunden. Eine Bekannte von mir war bereits mit live&learn in Südafrika und konnte nur positives berichten. Mein erstes Ziel war es, wirklich helfen zu können und mit Kindern arbeiten zu dürfen.
Dazu wollte ich aber auch die verschiedenen Regionen, Tiere und Menschen näher kennen lernen, was auch wunderbar mit einer vier wöchigen Reise nach dem Dienst geklappt hat.

Wie sah ein typischer Arbeitstag im Projekt aus? Mit welchen Aufgaben wurdest du betraut?
Patricia hat uns jeden Morgen direkt von der Wohnung abgeholt und zur Schule gebracht. In der Schule angekommen wurden wir jeden Tag von den Kleinen begrüßt und in den Arm genommen. Nachdem die Glocke schellte, lief alles sehr gut strukturiert ab. Ich half in der sechsten Klasse aus.
Ich durfte mich in jeder einzelnen Unterrichtsstunde unterstützen, und wenn ich wollte, mich kreativ mit eigenen Ideen einbringen. Toll fand ich, dass ich meine eigene AG gründen durfte, die vor allem bei den Mädchen sehr gut ankam. In meiner „Fashion Design“ AG haben wir ein Portfolio gestaltet, uns Designs ausgedacht und erste Nähversuche gestartet. Es war wirklich wunderschön zu sehen, wie viel Spaß die Mädchen dabei hatten!

Wie hat dir dein Freiwilligendienst gefallen? Hast du deine Ziele erreichen können?
Für mich war meine Zeit im Freiwilligendienst einfach unvergesslich! Die Kinder sind mir ans Herz gewachsen und ich hatte wirklich das Gefühl, helfen zu können. Die Lehrerin meiner Klasse war eine ganz tolle Frau zu der ich ein persönliches Verhältnis aufbauen durfte. Jeder in der Schule und auch in der WG wo ich gelebt habe, war super freundlich. Es war ein harmonisches und kooperatives Miteinander. Besonders gut hat mir gefallen, wie frei und kreativ man den Unterricht mitgestalten darf!

Was waren die Highlights? Was war schwierig?
Zu meinen Highlights gehörte definitiv die Bindung, die wir zu den Kindern aufbauen durften. Dadurch habe ich viel mehr gelernt, als ich je gedacht hätte. Die Geschichten hinter den einzelnen Kindern gaben mir in vielen Sachen eine ganz andere Wahrnehmung über mein eigenes Leben. Schwierig fand ich nur den Abschied .. 😉

Wie waren das Arbeitsklima und die Betreuung durch den Arbeitgeber?
Alles lief reibungslos ab! Egal wo man war, wir hatten immer einen Ansprechpartner. Jeder stand einem bei Fragen zur Seite, egal ob Rektor, Lehrer, Patricia oder das live&learn Team 🙂 Durch diese Offenheit war das Arbeitsklima einfach toll. Jeder durfte sich einbringen und einen Teil zum Gemeinschaftswohl beitragen!

Jetzt, am Ende deiner Mitarbeit, würdest du sagen, dass du ein besseres Verständnis vom Leben und Arbeiten in Südafrika sowie aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen hast?
Es war mein erstes Mal in Südafrika und natürlich hört man viel darüber in den Medien. Aber wenn man erstmal da ist, spürt man es hautnah. Besonders die Besuche ins Township ließen mich die Welt mit anderen Augen blicken. Viele haben kein sauberes Trinkwasser, viele Kinder sind fehl- oder mangelernährt und Kriminalität und Gewalt stehen auf der Tagesordnung. Ich habe mich viel mit den Themen auseinandergesetzt und seitdem ich wieder in Deutschland bin, schätze ich das Leben in Deutschland und die Errungenschaften unserer Gesellschaft (z.B. Sozialsystem) noch mehr als je zuvor. Besonders die Wasserknappheit hat uns in Afrika stark begleitet.

Welches sind die wichtigsten Erfahrungen und Eindrücke, die du aus deiner Zeit in Südafrika mitnimmst? Was hat dir gefallen, was war schwierig?
Das Kennenlernen einer neuen Kultur war einfach eine unvergessliche Zeit! Ich habe tolle Freunde gewonnen, zu denen ich jetzt immer noch ein super Verhältnis habe! Ich werde meine Zeit in Südafrika nie vergessen. Besonders die Schulkinder habe ich in mein Herz eingeschlossen. Es war einfach eine unvergessliche Zeit in der ich Menschen, Natur und wilde Tiere kennen lernen durfte.
Sehr gut gefallen hat mir das WG Leben und die Arbeit in der Schule. Nachdem wir nachmittags aus der Schule kamen, standen uns viele Möglichkeiten offen. Surfen, am Strand liegen, Wandern… alles war möglich! Wir wurden immer über tolle Aktivitäten informiert und auch dort hingebracht, wie zum Beispiel Wine Tasting und Whale Watching!

Auto und Transport: Was empfiehlst du anderen in Bezug auf ein Auto?
Da Patricia uns jeden Tag zur Arbeit gebracht und abgeholt hat, war ein Auto für mich nicht nötig. Einer aus der WG hat sich eins gemietet, und somit war es super, Fahrgemeinschaften damit zu bilden. Ansonsten kamen wir prima mit „Uber“ voran. Es ist günstig, sicher und super flexibel.
Die letzten zwei Wochen habe ich mir mit meinem Freund zusammen ein Auto gemietet um die Garden Route alleine abzufahren! Das können wir auch nur jedem empfehlen. 🙂

Wie hast du das Thema persönliche Sicherheit und Kriminalität empfunden? Was würdest du anderen Praktikanten und Freiwilligen dazu raten?
Natürlich sollte einem bewusst sein, dass es nicht so sicher wie in Deutschland ist. Hält man sich allerdings an die Regeln, kann einem fast nichts passieren. Wir waren auch im Township feiern und es ist nie etwas passiert. Allerdings muss man beachten, dass man vor Sonnenuntergang im Uber sitzt. Patricia hat uns aber allen nochmal ausführlich die Regeln beigebracht – das war sehr hilfreich.

Wie hast du gewohnt und wie hat es dir gefallen?
Ich habe in einer 12er WG für die ersten Wochen gewohnt. Es war nicht beengt und die Küche lud uns zum Kochen ein. Jeder Abend war besonders und wir hatten viel Spaß! Nachdem die WG noch zwei weitere Freiwillige aufnehmen sollte, bot Patricia meinem Freund und mir an, ein paar Häuser weiter zu ziehen. Auch dort war es total gemütlich, modern und sauber!

Hast du in Südafrika eine Reise unternommen? Wenn ja, wie und wohin bist du gereist, und wie hat es dir gefallen? Was würdest du anderen zu diesem Thema empfehlen?
Ich habe mir gewünscht, am Ende des Dienstes eine Reise zu unternehmen. Bei der Organisation wurde uns sehr geholfen, wir wurden über diese Reise bestens von live&learn und von Patricia informiert. und ich habe Lesotho, Swasiland, den Krügerpark und noch viel mehr gesehen! Das Geld hat sich definitiv gelohnt! Auch sehr empfehlenswert ist, sich ein eigenes Auto zu mieten und die Garden Route abzufahren! Besonders Knysna und Jeffreys Bay hat uns dort super gefallen!

Die Betreuung durch das live&learn vor der Abreise und vor Ort: Wurdest Du gut vorbereitet (Arbeitsstelle, Visa, Lebenssituation)? War das Team auch in Kapstadt gut erreichbar?
Ich wurde dank Antje und Alex bestens vorbereitet. Es blieben keine Fragen offen! Alles wurde super anschaulich beschrieben. Es gab super Tipps zu Mietwagen, Kreditkarte und was man alles einpacken sollte!! Es hat wirklich an nichts gefehlt :-). Das Infopaket hat mich einfach hervorragend auf die Reise vorbereitet!

Auch der Kontakt zu Antje und Alex vor Ort war super! Sie sind jederzeit zu erreichen und haben auf jede Frage eine Antwort! Was ganz toll war: man konnte Antje&Alex immer auf dem wöchentlichen Markt in Muizenberg antreffen und plaudern. Dort traf man noch andere Freiwillige, was super spannend war!

Die Betreuung durch Patricia am Einsatzort: Was hat Dir gefallen? Wurdest Du gut/ausreichend betreut?
Genau wie Antje und Alex, war auch Patricia immer erreichbar! Wenn man ein Problem hatte war sie sofort zur Stelle und hat einem geholfen. Als ich mich einmal in der WG angesteckt hatte und auch die Grippe hatte, hat Patricia immer super reagiert. Sie hat mir einen Arzt empfohlen und mir einen Termin gemacht. Bin rundum zufrieden mit ihrer Arbeit!

Warum hast du dich für live&learn entschieden? Haben wir deine Erwartungen erfüllt oder hast du deine Entscheidung bereut?
Aufgrund der positiven Bewertung einer Bekannten, bin ich auf live&learn gestoßen. Ihr habt meine Erwartungen übertroffen! An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei euch für die schöne Zeit bedanken! Ich bin mir sicher, dass wir uns in den nächsten Jahren wieder sehen 🙂

Welche Anregungen und Empfehlungen hast du für das live&learn Team?
So wie es war, war es perfekt! Wenn man eine Frage hatte, konnte man euch super schnell erreichen. Ihr habt mir immer sehr gut geholfen, danke an dieser Stelle schon mal dafür!

Mein einziger Tipp: bleibt für immer so motiviert an eurer Arbeit und so engagiert, wenn es uns Freiwillige geht 🙂 Ich hätte mir keinen besseren „Service“ vorstellen können! Wir sehen uns bestimmt in Muizenberg auf dem Markt wieder!! 🙂

Ganz liebe Grüße aus Deutschland!



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