Freiwilligenarbeit Südafrika Wildlifeprojekt

Erfahrungsbericht von Manyedi, Abiturientin aus Berlin, Freiwillige in einem Wildlife Projekt in Südafrikas Ostkap von Januar bis März 2018

Nach ihrem Abitur am Evangelischen Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin wollte Manyedi sich in Südafrika in einem ökologischen Projekt engagieren, um die Heimat ihres Großvaters besser kennenzulernen und gleichzeitig einen Beitrag zum Schutz Südafrikas faszinierender Tierwelt zu leisten.

Hier erzählt sie von ihren Erfahrungen:

Meine Motivation für einen Freiwilligendienst in Südafrika …
Da ich selbst Familie in Südafrika habe und einige Besuche vor allem in und um Johannesburg meine Liebe und Neugier zu diesem Land geweckt haben, habe ich mich nach dem Abitur entschieden, eine längere Zeit in einem für mich neuen Teil von Südafrika, im Ostkap, sowie in einem völlig neuen, außergewöhnlichen Umfeld, einem Game Reserve, zu verbringen. live&learn half natürlich ungemein bei der Findung eines perfekt passenden Projektes in diesem Bereich.

Ich erhoffte mir zum einen durch die längere Zeitspanne von zwei Monaten im Projekt und über drei Monate innerhalb Südafrikas einen noch realeren und tieferen Einblick in Land und Leute, Natur und Kultur zu erhalten. Die Arbeit in einem Game Reserve mit anderen Freiwilligen aus aller Welt versprach zudem Einblicke und neues Wissen in einem mir fremden und nur durch Urlaube oberflächlich kennengelernten Berufsfeld. Mein Ziel war es einen umfassenden, „nicht touristischen“ Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt von Südafrika zu erhalten und die Arbeit in den unterschiedlichsten Bereichen eines Game Reserves sozusagen hinter den Kulissen zu erleben.

Auch auf das körperliche Arbeiten in der Natur freute ich mich sehr nach vielen Schulstunden ohne wirklich sichtbare, konkrete Erfolgserlebnisse wie zum Beispiel eine neu angelegte Straße im Game Reserve. Das Kennenlernen und Knüpfen von Freundschaften mit Menschen aus aller Welt waren für mich ebenfalls zentral.

Meine Aufgaben im Projekt …
Die Aufgaben, die mich in meinem Projekt erwarteten, waren sehr vielseitig: Vier von fünf Arbeitstagen verbrachten wir im Game Reserve und auch hier variierten die Beschäftigungen stark. Während meiner Zeit im Projekt standen zum Beispiel Tierzählungen in kleineren Teams an – diese wurden angeleitet und begleitet vom Volunteer-Coordinator, Rangern und den Ökologen des Reservates.
Zur täglichen Arbeit gehörten sowohl theoretische als auch praktische Aufgaben: Das Reserve sammelt in Zusammenarbeit mit lokalen Universitäten Daten für verschiedene empirische Studien zu Löwen, Elefanten, Nashörnern und Vogelarten im Game Reserve. Das Sammeln und Dokumentieren dieser Daten, die zum Beispiel Aufschluss über Bestände, Verhalten der Tiere und Bewegungen innerhalb des Game Reserves geben, ist Aufgabe der Volunteers.
Auch das Instandhalten von Wegen innerhalb des Reserves, die Betreuung eines Serval-Zuchtprogramms, sowie das Entfernen invasiver Pflanzen gehörten zu unseren Aufgaben. Meistens wechselten vormittags und nachmittags Praktisches und Theoretisches ab.

Jeden Mittwoch stand jedoch eine ganz andere Arbeit auf dem Programm: Vormittags gaben wir Unterricht zu ökologischen Themen in einer örtlichen Grundschule und besuchten die lokale „Soup Kitchen“- für die Kinder von Ekuphumleni Treffpunkt für ein Mittagessen, gemeinsames Lernen und vor allem viele lustige Spiele, an denen wir natürlich teilnahmen.

Für mich waren alle Bereiche meines Aufenthalts wahnsinnig bereichernd! Gerade die Abwechslung der neuen Eindrücke war wunderbar: Der sichtbare Erfolg einer von Gestrüpp befreiten Straße war genauso bereichernd wie die unglaublich vielfältigen neuen Informationen, die unser Volunteer Koordinator uns sehr anschaulich über Tiere und Pflanzen im Game Reserve und in Südafrika vermittelte. Neues Wissen zu relevanten Themen wie Tierschutz und Wilderei in Südafrika fand ich auch sehr spannend.
Die Arbeit mit den Kindern waren für mich ein genauso wichtiger Teil meines Aufenthalts: Durch sie war auch ein noch tieferer Einblick in die südafrikanische Kultur möglich´; und über die Soup Kitchen konnte ich bleibende Freundschaften nicht nur zu den anderen Freiwilligen sondern auch zu Einheimischen knüpfen. Es wird also nicht mein letzter Besuch Reserve und im Eastern Cape gewesen sein!

Meine Highlights und Herausforderungen …
Meine Erwartungen an den Aufenthalt in Südafrika wurden auch außerhalb der Arbeit im Projekt übertroffen: Die freie Zeit mit den anderen Freiwilligen an den Abenden und Wochenenden hat uns wirklich zusammengeschweißt. Nicht nur beim Arbeiten hatten wir wahnsinnig viel Spaß und wir teilen viele tolle Erinnerungen. Der nächste Besuch in den Herkunftsländern der anderen Freiwilligen wie z.B. Australien, Argentinien oder Dänemark steht also unbedingt an!
Auch das Verhältnis zu unserem Volunteer Koordinator ging über die Ebene des Koordinators hinaus. Jeden Freitag saßen wir nach einem gemeinsamen Braai am Lagerfeuer – stilecht mit Gitarre. Während der Arbeit war ich jeden Tag aufs Neue beeindruckt vom Wissen des Koordinators und seiner unglaublich mitreißenden Liebe zur Natur, sei es zum kleinen Mistkäfer, einer Nashornmutter, einer besonders trickreich gegen Fressfeinde gewappnete Pflanze oder Sternbildern beim Night Drive im Reserve.
Ich hätte nie damit gerechnet, so viel Wissen und so viele Erlebnisse und Eindrücke aus meinem Freiwilligendienst mitzunehmen! Besonders überraschend fand ich, wie tief der Einblick in die Struktur des Game Reserves war, und es war ein wirklich gutes Gefühl, als Freiwilliger in allen Bereichen gebraucht zu werden und tatsächlich etwas verändern zu können.

Ich habe eigentlich nie mit Heimweh zu kämpfen, aber ich war überrascht, dass auch ich ein wenig Zeit zur Eingewöhnung an das neue Umfeld im Projekt brauchte. Nach ein wenig Akklimatisierung war ich jedoch überrascht, wie eng ich mit einigen Freiwilligen zusammengewachsen bin.
Trotzdem muss man sich bewusst sein, dass man nicht immer mit allen zehn Freiwilligen, deren Konstellation sich durch An- und Abreisen wöchentlich ändert, ein sehr gutes Verhältnis haben kann. Die ein oder andere Streitigkeit ist da unvermeidbar, mich hat aber vollkommen überrascht, dass ich über die Zeit ein total enges Verhältnis mit einer anderen Freiwilligen entwickelt habe, die ich am Anfang überhaupt nicht mochte. Das enge Zusammenleben hat also wirklich sein Gutes!

Meine Lernerfahrungen …
Ich habe tatsächlich ein vollkommen neues Verhältnis zu Wildlife Management und Tierschutz in Südafrika erhalten: Als ich später mit meinem Freund bei einer anschließenden Reise durch Südafrika in einem anderen Game Reserve Gast war, konnte ich das Gelernte tatsächlich anwenden und unter Beweis stellen. Das Erkennen und Finden von verschiedensten Tieren fällt mir leicht, das Auge ist nach nur acht Wochen also wirklich geschult.
Erklären zu können, auf welche Art und Weise Elefanten über kilometerweite Strecken kommunizieren oder wie verschiedene Vogelarten eine Partnerin anlocken, bedeutete für mich eine wahnsinnig interessante Horizonterweiterung, obwohl ich nicht mit dem konkreten Ziel in das Projekt gegangen bin, gelerntes Wissen in einem Studium oder im Beruf anwenden zu können.
Gerade in Bezug auf Nashornwilderei hat die Zeit im Reserve mir die Augen geöffnet. Mit Thandi, einem der Nashörner im Reserve, das einen Angriff von Wilderern überlebt hat, konnten wir hautnah miterleben, wie ernst es um die Nashornpopulation in Südafrika steht.

Der Aufenthalt in Südafrika war für mich eine rundum bereichernde Erfahrung. Gerade dadurch, dass ich Kontakte zu Einheimischen knüpfen konnte, die über meine familiären Bindungen hinausgingen, habe ich das Gefühl, einen ganzheitlichen Eindruck über das Land und echte Eindrücke bekommen zu haben. Ein Abend in der lokalen Tavern hat mir genauso viel Spaß gemacht wie lustige Ausflüge mit den anderen Volunteers oder die vielen Einblicke in das südafrikanische Wildlife Management.

Insgesamt hat mein Aufenthalt im Wildlife Projekt allen Erwartungen, die ich hatte, voll entsprochen und durch live&learn fühlte ich mich perfekt auf meinen Aufenthalt vorbereitet. Gerade dadurch, dass im Gespräch noch einmal überprüft wurde, ob das Projekt gut zu meinen Wünschen für einen Südafrikaaufenthalt und zu mir passt, habe ich acht wunderbare Wochen in einem perfekt auf mich zugeschnittenen Projekt verbracht.

Unterkunft, Verpflegung und Transport …
Dadurch, dass wir im Game Reserve untergebracht waren, war der Transport zur Arbeit kein Problem. Allerdings war mir nicht klar, dass der Transport nach außerhalb dadurch erschwert wird. Es sind nämlich nur bestimmte Taxiunternehmen berechtigt, in das Game Reserve hineinzufahren, sodass es sich nicht lohnt, unter der Woche auszugehen. An den Wochenenden kann ich trotzdem nur empfehlen, Ausflüge mit den anderen Freiwilligen zu unternehmen, trotz der Zusatzkosten eines Taxis.
Unsere Unterkunft war wunderschön! Eine perfekt ausgestattete Küche, in der wir jeden Abend in Gruppen für alle kochten, gemütliche und helle Zimmer mit Blick auf das Game Reserve, eine von den Freiwilligen selbstgebaute Grill- und Feuerstelle, ein kleiner Pool inmitten eines großen Gartens und der atemberaubende Blick auf das Game Reserve von unserem Haus „Ocean View“, machten die Zeit in unserem Freiwilligenhaus perfekt! Vor allem die Tatsache, dass direkt hinter dem Zaun Elefanten, Löwen und Antilopen fast täglich vorbeischauten, fand ich toll! Daher war auch das Baumhaus in einem riesigen Feigenbaum, von dem aus man die Tiere immer beobachten konnte, einer meiner persönlichen Lieblingsplätze.

Persönliche Sicherheit …
Persönliche Sicherheit war für mich in Südafrika ehrlich gesagt kein Thema. Solange man sich wie in jeder anderen Großstadt auch vernünftig verhält, ist es auch in den südafrikanischen Großstädten sicher. Im nächsten Ort zum Projekt, kommt echte Kleinstadtatmosphäre auf und auch im lokalen Township habe ich mich in Begleitung einheimischer Freunde auch nachts sicher gefühlt.

Freizeit und Reisen …
Um das Game Reserve herum gibt es viele tolle Unternehmungsmöglichkeiten: Meine Highlights waren zum einen Abenteuerwochenenden in Jeffreys Bay und Plettenberg Bay an der Garden Route mit Free Walker, die sich um Transport, Unterbringung und tolle Aktivitäten wie Fallschirmspringen, Surfen und Feiern kümmern. Auch im nahegelegenen Kenton kann man tolle Wochenenden verbringen: Der Strand ist wunderschön und mit Pizza vom Restaurant „Homewoods“, das direkt am Strand liegt, haben wir tolle Picknicks gemacht. Probiert unbedingt die Bacon and Banana Pizza! Auch Ausritte am Strand bei Beachcomber Horsetrails haben mir riesigen Spaß gemacht. Im Goatshed, einem Backpackers in Kenton, kann man bei einem längeren Ausflug übernachten und hier lässt es sich auch gut feiern.

Ich möchte jedem empfehlen, einen Freiwilligendienst mit einer kleinen Südafrikareise zu kombinieren. Ich bin mit meinem Freund und einer Freundin, die ebenfalls einen Freiwilligenaufenthalt in Wilderness an der Garden Route verbracht hat, über die Garden Route nach Kapstadt gefahren, teilweise mit einem Mietwagen und teilweise mit dem Bazbus, einer wirklich einfachen Möglichkeit zu reisen. Besonders gut gefallen haben mir Storms River und Wilderness: In Storms River kann ich euch das Dijembe Backpackers und eine Mountainbiketour in den Tsitsikamma National Park empfehlen. In Wilderness haben wir eine wunderschöne Kanutour und Wanderung zu einem Wasserfall gemacht. Kanus haben wir uns in unserem Backpackers, Fairy Knowe, geliehen. Geht unbedingt bei Cocomos essen, super lecker!
Mein Freund und ich waren anschließend in Langebaan, nördlich von Kapstadt Windsurfen. Eine riesige Lagune und der Verleih Cape Sports Centre bieten hier perfekte Möglichkeiten auch für Anfänger.

In Kapstadt solltet ihr unbedingt die lange Wanderung auf den Tafelberg von den Kirstenbosh Botanical Gardens aus unternehmen. Das ist zwar anstrengender, für die einsamen Blicke lohnt es sich aber auf jeden Fall! Die Backpacker Hostels an der Long Street sind toll: Tagsüber kann man hier bummeln, nett essen und die umliegenden Gegenden wie die Company Gardens und Bo Kaap erkunden und abends ist die Long Street eine echte Feiermeile.

Nach einer Woche in Kapstadt bin ich mit meinem Freund und meiner Familie nach Johannesburg geflogen. Meiner Meinung nach ist auch diese Stadt ein Must-See, wenn man einen noch „afrikanischeren“ Eindruck innerhalb von Südafrika gewinnen möchte. Melville und Maboneng sind nette Viertel mit Restaurants, Läden und Bars. Mir hat auch eine Radtour durch Melville und die Nobelviertel von Park View viel Spaß gemacht. Nach einem Besuch bei meiner Familie auf dem Land in der Nähe von Johannesburg habe ich zwei Stunden nordöstlich von Johannesburg bei „Colins Horseback Africa“ mit meinem Freund einen Safariausritt unternommen. Man kann dort auf einer wunderschönen Farm in familiärer Atmosphäre übernachten, und im angeschlossenen Game Reserve mit dem Pferd Antilopen, Zebras und Giraffen beobachten. Für mich war diese fünfwöchige Reise ein perfekter Anschluss an meinen Freiwilligendienst!

Meine Vorbereitung und Betreuung durch live&learn …
Mein Aufenthalt wurde im Vorhinein und während meiner Zeit in Südafrika perfekt von live&learn vorbereitet und begleitet. Bei allen Fragen und Anliegen konnte ich stets auf euch zu kommen und habe so viele wertvolle Geheimtipps bekommen, ohne die mein Aufenthalt sicher nicht so toll geworden wäre. In der Vorbereitung waren mir eure Checklisten eine große Unterstützung und haben das Sammeln der notwendigen Informationen und Dokumente total erleichtert! Gerade im live&learn Infopaket waren alle nötigen Infos und Tipps, die meinen Aufenthalt bereichert und vor allem erleichtert haben, einfach und bündig zusammengefasst. Auch während meines Aufenthalts fühlte ich mich stets gut betreut und konnte auch spontan eine Frage zu Transportmöglichkeiten in Port Elizabeth oder anderen Themen, bei denen die Kenntnis eines Einheimischen und Landeskundigen sehr hilfreich sind, auf WhatsApp stellen und erhielt prompt eine hilfreiche Insiderinformation. Das hat wirklich geholfen!
Ich kann mir nach wie vor keine bessere und persönlichere Praktikumsvermittlung vorstellen.

Betreuung durch den Volunteer Koordinator im Projekt …
Auch das Projektteam hatte immer ein offenes Ohr für alle Fragen und Probleme und war eine tolle Hilfe bei der Auswahl von Wochenendaktivitäten. Unser wunderbarer Koordinator hat maßgeblich zu einem gelungenen Aufenthalt beigetragen!



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