Auslandspraktikum Sozialpädagogik Südafrika

Erfahrungsbericht von Volkan, 23 Jahre, Sozialpädagogik Student. Praktikant im Projekt Bildung und Soziale Arbeit von August bis September 2017 

Volkan studierte Sozialpädagogik an der Universität der Bundeswehr in München. Im Rahmen seines Auslandspraktikums engagierte er sich an der Grundschule eines Kinder- und Jugendhilfeprojektes bei Kapstadt sowie in einem Surfprojekt an Südafrikas Garden Route.

Hier berichtet er von seinen Erfahrungen im Kinder- und Jugendhilfeprojekt.

 

Wie hat dir die Mitarbeit im Projekt „Auslandspraktikum Sozialpädagogik Südafrika“ gefallen? Hat es deinen Erwartungen entsprochen? Was waren die Highlights? Was war schwierig oder hat dir nicht so gut gefallen?
Mein Praktikum in der Grundschule des Kinder- und Jugendhilfeprojektes hat mir sehr gut gefallen. Es hat meine Erwartungen übertroffen, da ich mir viele wichtige Aufgaben anvertraut wurden und ich sehr frei war in der Gestaltung des Unterrichts und vor allem der Nachmittagsbetreuung, wodurch ich täglich darauf gefreut habe, zur Arbeit zu gehen.

Wie sah ein typischer Arbeitstag im Projekt aus? Mit welchen Aufgaben wurdest du betraut?
Ich habe die Chance bekommen in verschiedenen Klassen von der Vorschule bis zur 7. Klasse zu unterstützen, selber den Unterricht zu leiten und an den Nachmittagen verschiedene Angebote, wie die Fußball-, Tanz-, Drama- und Nachhilfekurse zu bieten.

Wie waren das Arbeitsklima und die Betreuung durch den Arbeitgeber?
Das Arbeitsklima war sehr gut. Sowohl die Lehrer, als auch der Direktor, waren sehr gute Ansprechpartner für uns und haben sich auch sehr viel Mühe gegeben uns mit einzubeziehen und uns auch öfter mal die Verantwortung zu übertragen.

Welches sind die wichtigsten Erfahrungen und Eindrücke, die du aus deiner Zeit in Südafrika mitnimmst?
Für mich war es interessant zu erfahren und mitzuerleben, dass viele Menschen aus den Townships, die für uns in sehr ärmlichen Bedingungen wohnen, sich nicht als so arm sehen. Sie sind zufrieden mit dem, was sie haben und feiern das auch öfter mal ausgiebig.

Was hat dir gefallen, was war schwierig?
Die Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Südafrikaner hat mir sehr gut gefallen.
Für mich schwierig zum Ansehen ist der Rücksichtslose Umgang mit ihrer Umwelt. Auf Mülltrennung wird gar kein Wert gelegt, geschweige denn an vielen Orten der Müll überhaupt in einen Mülleimer geworfen. Glasflaschen werden aus dem Auto geworfen. Kinder spielen Barfuß auf genau solchen Straßen. Einigen heranwachsenden Männern wird einfach kein Verantwortungsbewusstsein anerzogen, so dass die jungen Frauen oftmals mit ihrer eigenen Mutter zusammen, sich alleine um die Kinder kümmern müssen.

Auto und Transport: Was empfiehlst du anderen in Bezug auf ein Auto?
In Kapstadt braucht man nicht unbedingt ein Auto, da es ein Zugsystem und ein relativ gutes Minibus-System gibt. Als größere Gruppe kann man auch billig Taxi fahren.

Wie hast du das Thema persönliche Sicherheit und Kriminalität empfunden?
Ich persönlich habe mich da zu keinem Moment unwohl gefühlt. Statistiken und die mit Elektrozäunen gesicherten Häuser können einen schon mal verunsichern. Aber in einem Township wurde man eher nur überrascht, als aggressiv angeschaut.

Was würdest du anderen Praktikanten und Freiwilligen dazu raten?
Man sollte sich nicht von den Statistiken verunsichern lassen und sich auch mal mit Vorsicht einigen Leuten/Orten nähern. Lieber ein gestohlenes Handy/Geldbeutel, als nie die Erfahrung gemacht zu haben, diese tollen und netten Menschen genauer kennen gelernt zu haben.

Wie hast du gewohnt und wie hat es dir gefallen?
An der Wohnsituation hat mich zwar gestört, dass man es sich nicht aussuchen konnte, da die Unterkunft aus logistischen Gründen nicht frei wählbar war; aber das Klima in der Wohnung war überwiegend sehr angenehm und als Wohnung war es auch sehr schön und gut gelegen.

Hast du in Südafrika eine Reise unternommen? Wenn ja, wie und wohin bist du gereist, und wie hat es dir gefallen? Was würdest du anderen zu diesem Thema empfehlen?
Ich bin mit eigenem Auto von Mosselbay nach Port Elizabeth, über Knysna, Plettenberg und Jeffreys Bay gereist. Plettenberg bietet sehr viel an coolen Aktivitäten: Bungeejump, Elephant Parks, Africanyon, Wanderungen. Jeffreys Bay ist unglaublich zum Surfen. Port Elizabeth hatte nicht so viel zu bieten, aber kurz dahinter ist der Addo Elephant Nationalpark, der auf jeden Fall eine Reise wert ist.

Die Betreuung durch das live&learn vor der Abreise und vor Ort: Wurdest Du gut vorbereitet (Arbeitsstelle, Visa, Lebenssituation)? Wie war die Kommunikation? Welche weiteren Informationen wären hilfreich gewesen? Wie hat dir das Infopaket gefallen? War das Team ansprechbar in Problemfällen?
Das live&Learn Team hat mich sowohl vor der Reise, als auch während meines Aufenthalts sehr gut informiert und vorbereitet. Sie waren gute und super zuverlässige Ansprechpartner vor Ort und haben mir viele gute Tipps geben können.

Die Betreuung durch live&learn Partnerin Patricia vor Ort: Was hat dir gefallen? Wurdest du gut/ausreichend betreut? War Patricia ansprechbar in Problemfällen?
Patricia war eine exzellente Ansprechpartnerin. Sie hatte viele Tipps für tolle Aktivitäten parat, war sehr zuverlässig und hat sich wirklich sehr bemüht, dass wir alle eine tolle Zeit da haben.

Warum hast du dich für live&learn entschieden? Haben wir deine Erwartungen erfüllt oder hast du deine Entscheidung bereut?
Mir wurde es von einem guten Freund empfohlen und ich bin sehr froh über meine Entscheidung, mich für live&learn entschieden zu haben. Ich werde es auf jeden Fall weiterempfehlen.

 

Volkan hat sich auch in einem Surfprojekt engagiert. Seinen Erfahrungsbericht über die Mitarbeit im Surfprojekt findest du unter dem Link Erfahrungsbericht Praktikum Sport Südafrika.



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