Surfen Südafrika – Auf der Suche nach der perfekten Welle

Surfen Südafrika – Auf der Suche nach der perfekten Welle

Südafrika ist mit Meer und Küste verwöhnt. Sowohl im Westen, Süden und Osten ist das Land von Meer umgeben. Es besitzt mehr als 3.000 Kilometer Küste, die sich vom Atlantik im Westen bis zum Indischen Ozean im Osten erstreckt. Das Meerwasser gehört zu den saubersten Gewässern weltweit. So liegt es also nahe, dass viele Menschen Wassersportaktivitäten nachgehen, ganz vorne mit dabei ist Surfen. Doch Surfen ist nicht nur einfach ein Sport, es erfordert Ausdauer und Hingabe. Und diese Hingabe zahlt sich aus. Jeder, der es einmal probiert hat, weiß genau: Das Gefühl, im wogenden Ozean zu sein, auf seinem Brett zu liegen und auf die perfekte Welle zu warten, ist einfach unbeschreiblich. Nirgendwo sonst kann man sich so gut entspannen und alle Sorgen hinter sich lassen. Und wenn man dann erst einmal auf der Welle reitet, fällt auch das letzte bisschen Stress ab. Nichts ist eine bessere Belohnung dafür, nicht aufgegeben zu haben.

Nach dem ersten, sehr einflussreichen Surf-Film „Endless Summer“ aus dem Jahr 1966 ist Südafrika endgültig und offiziell zum Surferparadies avanciert. Die beste Zeit zum Surfen ist im südafrikanischen Winter, von März bis September. In dieser Zeit sorgen die in den sogenannten Roaring Forties (Region zwischen 40 und 50 Grad südlicher Breite) aufkommenden Westwinde, für tolle Wellen. Kapstadt ist vor allem ein Magnet für Surfer, da es aufgrund der unzähligen Strände hier bei jeder Wind- und Wellenrichtung immer eine Welle in erreichbarer Nähe gibt. Einer der beliebtesten Anfänger Surfer Spots ist Muizenberg, ein Vorort Kapstadts, in dem sich auch das live&learn Büro befindet.

Doch nicht nur Kapstadt mit seinen vielen Stränden ist ein Hotspot für Surfer: Jeffrey’s Bay, ein Küstenort auf der Garden Route, ist weltweit eine der Top fünf berühmtesten Surf-Destinationen. Hier findet auch die jährliche Billabong PRO ASP World Tour statt, ein Pro Surfing Event im Juli bei dem die Top 45 Surfer der Welt zusammenkommen.

Wenn ich meinen Freunden erzähle, dass ich in Südafrika surfe, werde ich immer wieder gefragt ob ich denn keine Angst vor Haien habe. Tatsächlich findet man vor der Küste Südafrikas den vom Aussterben bedrohten Weißen Hai, nirgendwo gibt es noch so viele Weiße Haie wie am Kap der Guten Hoffnung. Der weltweite Bestand des Tieres geht immer weiter zurück, u.a. wegen der Überfischung der Weltmeere. Eigentlich ist der Weiße Hai ein friedlicher und scheuer Meeresbewohner. Er wird seinem schlechten Ruf nicht gerecht, den er seit dem Horrorfilm „Der Weiße Hai“ aus den 70er Jahren weg hat. Die Wahrscheinlichkeit, von einem Hai angegriffen zu werden ist sehr gering. Es ist wahrscheinlicher durch einen Blitzschlag zu sterben – was auch schon sehr unwahrscheinlich ist. In 25 Jahren gab es in Südafrika nur 7 tödliche Hai Angriffe, wohingegen jährlich 200 Leute durch Blitzschläge und ganze 10.000 Menschen bei Autounfällen sterben. In diesem Kontext ist auch zu beachten, dass das Surfen und der Wassersport in den letzten Jahren extrem an Beliebtheit gewonnen haben. Entsprechend sind mehr Leute im Wasser. Die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit von Surfunfällen hat nicht mit einer größeren Anzahl oder grösser Angriffslustigkeit von Haien zu tun, sondern der der größeren Zahl an Menschen im Wasser.

Um Surfen so sicher wie nur möglich zu machen, gibt es in Kapstadt sogenannte „Shark Spotter“. Dieses Projekt entstand, nachdem es im Jahr 2004 in Südafrika einen Vorfall mit einem Hai gab. Ursprünglich eine Art von Surfern organisierte „Bürgerwehr“ mit Ferngläsern, die vom Berg aus nach Haien Ausschau hielten, übernahm später die Stadt Kapstadt das Projekt. Heute operieren die Shark Spotter an verschiedenen Stränden in Kapstadt, hauptsächlich in False Bay, wo sich Mensch und Hai am meisten räumlich überschneiden.

Die Shark Spotter verwenden ein Flaggensystem: Eine weiße Flagge zeigt an, dass ein Hai gesichtet wurde und das Wasser unverzüglich zu verlassen ist. Eine grüne Flagge bedeutet, dass es keine Haiaktivitäten gibt und gute Sicht ist. Derzeit gibt es 40 festangestellte Shark Spotter, die hauptsächlich aus benachteiligten Communities stammen. Das Programm leistet damit auch einen sinnvollen Beitrag zur Förderung benachteiligter Südafrikaner, indem es als Ausbildungsstätte sowie als einkommensschaffende Maßnahme fungiert.

Mittlerweile gibt es sogar eine Shark Spotter App: Hier kann man die letzten Hai-Sichtungen einsehen, Wetterkonditionen, andere Meeresaktivitäten, Surf-Videos und mehr von den 9 populärsten Stränden Kapstadts. Man erhält auch Benachrichtigungen wenn ein Hai gesichtet wurde. Das soll dabei helfen, „Shark Smart“ zu werden.

Weitere Information zur App sowie zum Shark Spotter Projekt findest du auf der Webseite der Shark Spotters.

Allgemein bleibt festzuhalten, dass Kapstadt und Südafrika ein Surfparadies sind und der Hai nicht so schlimm ist wie sein Ruf. Eigentlich ein menschenscheues Tier, sind nicht Surfer Ziel des Hais, sondern Robben, Rochen oder Thunfisch. Wer sich an die Regeln hält, hat weniger zu befürchten als beim Bedienen eines Toasters, oder einer Autofahrt – und kann dafür das Wellen reiten genießen.

Wenn du dein Praktikum oder Freiwilligendienst in Südafrika mit einem Surfurlaub verbinden möchtest, oder dich in einem Surfprojekt engagieren möchtest, schreib uns! Wir beraten dich gerne zu den verschiedenen Möglichkeiten!



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