Das Christuskind, das Dürre brachte …

Das Christuskind, das Dürre brachte …

El Niño, was so viel heißt wie Christuskind, ist ein Ausdruck, der von peruanischen Fischern stammt und die Erwärmung des Meerwassers beschreibt. Da diese Veränderung typischerweise zur Weihnachtszeit auftritt, wird sie im Lokaljargon als „Christuskind“ bezeichnet. El Niño macht nicht nur den peruanischen Fischern aufgrund ausbleibender Fischschwärme zu schaffen, sondern hat auch starke Auswirkungen auf die tropischen Regionen von Afrika, des Asiatisch-Pazifischen Raums und Lateinamerika – Regionen, die besonders anfällig für Naturgefahren sind. Die Erwärmung des zentralen bis östlichen tropischen Pazifischen Ozeans wirkt sich auf Niederschlagsmuster und Temperaturen in vielen Teilen der Welt aus. Typisch ist, dass es entweder viel mehr regnet als normal, oder aber viel weniger.

Auch in Südafrika ist der El Niño stark zu spüren – nachdem in den vorangegangenen Jahren vor allem der Norden des Landes von anhaltender Dürre betroffen war, sind in 2017 die Auswirkungen ganz besonders in der Provinz Westkap zu spüren. Seit mehreren Jahren hat es nicht mehr ausreichend geregnet, um die Wasserreservoirs zu füllen. Das Westkap, die  Provinz in der auch Kapstadt liegt, durchgeht eine schwere Dürreperiode. Derzeit erleben wir hier einen ungewöhnlich warmen, sonnigen Herbst. Normalerweise fallen die ersten starken Niederschläge bereits im Mai, diese sind bisher noch ausgeblieben. Schon vor zwei Jahren zeichnete sich eine solche Bewegung ab, als nach der Hälfte des Winters die Stauseen nur zur Hälfte gefüllt waren. Mittlerweile liegt der Füllstand bei 11%, die Seen ähneln eher Sandkästen. Die Regierung versucht mit Verboten gegen die immer ernster werdende Lage vorzugehen: So ist es schon seit einiger Zeit nicht mehr erlaubt, sein Auto zu waschen oder den Garten mit dem Gartenschlauch oder einer Sprinkleranlage zu wässern. Auch Swimming Pools dürfen nicht aufgefüllt werden. Ebenso versucht die Stadt Kapstadt mit großflächiger Verminderung des Wasserdrucks den Konsum zu reduzieren. Bei Wasserverschwendung drohen Geldstrafen zwischen R1000 und R10 000, umgerechnet also zwischen 70 und ca. 700 Euro. Kürzlich wurden sogar „Level 4“ Wasser Restriktionen erlassen: Der Wasserverbrauch ist nun auf 100 Liter pro Person pro Tag beschränkt und darf nur noch zum Trinken, Kochen und zur Körperhygiene verwendet werden.

Eine humorvolle Anleitung zum Wassersparen haben sich Comedian „Suzelle“ und die Premierministerin des Westkap, Helen Zille, ausgedacht: How to be Waterwise, guys.

Der ausbleibende Regen gefährdet besonders das Überleben von Feuchtbiotopen, die allerdings gerade in Dürrezeiten wichtig sind, da sie als Wasserspeicher und -produzenten fungieren und sauberes Wasser für Stauseen bzw. den Endkonsumenten produzieren. Darüber hinaus führt der Rückgang oder gar Verfall dieser Feuchtbiotope zu einer Reduzierung der Artenvielfalt, da Pflanzen und Tiere, die im Feuchtraumhabitat leben, oftmals nicht dazu fähig sind, sich an andere Umweltbedingungen anzupassen. Eine funktionierende ökologische Infrastruktur und die Erhaltung dieser Feuchtbiotope sind also für Mensch, Natur und Tier gleichermaßen essentiell.

Hast du Lust, dich in Südafrika für nachhaltigen Naturschutz zu engagieren? Unser Projektpartner, der sich um die Erhaltung des Feuchtraumbiotops Zandvlei in Muizenberg, einem Gebiet im Süden der Metropolregion Kapstadt, kümmert, ist derzeit dringend auf der Suche nach Freiwilligen. Dieses Natur- und Vogelschutzreservat bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten und hat darüber hinaus eine besondere ökologische Bedeutung. Bspw. ist es der einzige Laichgrund für den Weißen Steenbras, ein beliebter Speisefisch, der aufgrund von Überfischung vom Aussterben bedroht ist. Ebenso ist das Naturreservat Zuhause vieler gefährdeter Vogel- und Pflanzenarten. Zusätzlich engagiert sich unser Projektpartner stark in der Umweltbildung, insbesondere an Schulen.

Auch darüber hinaus gibt es in Südafrika viele Möglichkeiten, für nachhaltigen Naturschutz aktiv zu werden. Informationen zu weiteren Projekten, die deine Unterstützung gebrauchen können, findest du hier. Gerne besprechen wir mit dir, wie dein Südafrikaaufenthalt konkret aussehen kann.



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