Freiwilligenarbeit Gemeindezentrum Kindergarten

Freiwilligenarbeit Gemeindezentrum Kindergarten

Erfahrungsbericht von Sarah, Abiturientin – Freiwillige von August bis November 2016

Wie hat dir dein Freiwilligendienst gefallen? Hat er deinen Erwartungen entsprochen? Was waren die Highlights? Was war schwierig oder hat dir nicht so gut gefallen?
Mein Freiwilligendienst hat mir sehr gut gefallen. Da ich meinen gesamten Südafrika-Aufenthalt ohne Erwartungen oder Vorstellungen angetreten bin, war das, was ich erlebt habe, genau das Richtige. Das kann ich auch jedem anderen raten: sich einfach von der Situation, dem Land und den Leuten überraschen zu lassen!
Besonders gefreut habe ich mich jeden Morgen auf die glücklichen Gesichter der (auf einen zustürmenden) Kinder, sobald sie mich erblickt haben. Oder die freudigen Blicke, wenn man ein Bild gezeigt bekam, auf das das Kind unglaublich stolz war. Genauso wertvoll waren aber auch die Momente, in welchen die Kinder sich anvertrauten und aus ihrem Leben erzählten und mich teilhaben ließen. Am schönsten zu sehen waren jedoch die Momente des Fortschritts. Wenn ein Kind sich eine Bemerkung oder Verbesserung zu Herzen genommen hat und man die Bemühungen sehen konnte, diese immer zu berücksichtigen. (z.B. Umgangsregeln beim Spielen …).
Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig fand ich jedoch die für unsere Verhältnisse enorme Klassenstärke: in einer Klasse mit nur einem Lehrer waren im Schnitt 42 Kinder. Dass so viele kleine Racker zeitweise natürlich viel Lärm machen, der manch einen eventuell sehr stressen kann, sollte einem da schon bewusst sein. Mit tatkräftiger Unterstützung der „Teacher“ bekommt man aber auch solche Situationen wieder in den Griff und kann sich auf die anderen Aufgaben konzentrieren.

Mit welchen Aufgaben wurdest du betraut?
Zu meinen Aufgaben gehörte es u.a., in der Früh durchzuzählen und die Anwesenheit zu prüfen, mit den Kindern zu singen oder zu beten, sie beim Toilettengang zu begleiten (und da aufzupassen, dass sie nicht mit dem Wasser rumblödelten), mit ihnen zu malen oder zu basteln, sie beim Spielen zu beaufsichtigen, ihnen vorzulesen, mit ihnen zu tanzen. Außerdem half ich, das Essen mittags zu verteilen und anschließend Tische, Stühle und Boden zu putzen. Ferner stand es mir frei, mir Spiele, Aktivitäten oder Bastelvorlagen auszudenken und anzufertigen. Schön war es auch, die Kinder zu Bett zu bringen für ihren Mittagsschlaf, und so lange bei ihnen zu sitzen und sie zu streicheln, bis sie einschliefen.

Wie waren das Arbeitsklima und die Betreuung durch den Arbeitgeber?
Die Betreuung durch den Arbeitgeber war unkompliziert und auf das Minimalste beschränkt. Am ersten Tag wurde ich in Empfang genommen und in meine Klasse geführt, von da an regelte sich alles Weitere selbst oder mit den Teachern. Ab und an eine Art Feedback-Gespräch wäre eventuell wünschenswert gewesen, es ging aber auch so alles gut. Das Arbeitsklima war sehr entspannt und (zumindest von meinem Standpunkt aus) ich spürte keinen hierarchischen Druck à la „Du arbeitest nicht richtig hier, bist also niedriger gestellt“. Ich wurde super in die Gemeinschaft der Angestellten aufgenommen, wir konnten stets ein gutes Gespräch führen und man hatte immer ein offenes Ohr und zeigte viel Hilfsbereitschaft. Es waren eher Freunde als Arbeitskollegen.

Welches sind die wichtigsten Erfahrungen und Eindrücke, die du aus deiner Zeit in Südafrika mitnimmst?
Dass man das Leben so nehmen muss, wie es kommt und nicht dauernd mit irgendwelchen Kleinigkeiten hadert. Immer weiter zu machen und dankbar zu sein für das, was man bis jetzt schon erleben durfte. Und sich nicht immer so von der Arbeit, der Gesellschaft, den Medien und der Politik stressen zu lassen.

Was hat dir gefallen, was war schwierig?
Gefallen hat mir die Offenheit, Gastfreundschaft und Freundlichkeit. Die wunderschöne Natur und das tolle Wetter. Die vielschichtige Dynamik des Landes, die sich auf allen Ebenen abspielt. Wie das Land und die Gesellschaft mit der Vergangenheit umgeht und in die Zukunft schaut.
Schwierig mag es manchmal sein, sich daran zu erinnern, dass viele Menschen dort, egal wie modern, aufgeschlossen, lustig und „westlich“ sie wirken, doch noch relativ konservativ erzogen wurden und in afrikanischer Kultur aufwuchsen. Deshalb sollte man das ein oder andere Mal überlegen, wie denn zum Beispiel ein konservativer Mensch dies oder jenes beurteilen würde.

Auto und Transport: Was empfiehlst du anderen in Bezug auf ein Auto?
Automatik 🙂  Spaß beiseite. Automiete und Sprit sind nicht so teuer in Südafrika, die Kosten lassen sich bei einem vollbesetzten Wagen schön teilen und somit kann ich nur jedem empfehlen, sich mal für einen Wochenend-Trip o.ä. ein Mietauto zu nehmen, denn damit ist man so wunderbar unabhängig und selbstständig! Der Linksverkehr ist weitaus weniger schlimm, als man sich das immer vorstellt. Gerade zu Anfang ist aber dann doch eine kleinere Automatik-Variante ganz angenehm, besonders, wenn man an einer schmäleren Küstenstraße mit S-Kurven entlang fährt.

Wie hast du das Thema persönliche Sicherheit und Kriminalität empfunden?
Über dieses Thema wurden wir vorab durch live&learn und dann auch in der Gastfamilie umfassend aufgeklärt. Man sagte uns, was wo und zu welcher Uhrzeit in Ordnung ist und worauf geachtet werden muss. Auch am Arbeitsplatz war man stets auf die Sicherheit der Freiwilligen bedacht.
Kriminalität gibt es natürlich überall. So ist es auch in Kapstadt. Man muss dort eben auch auf belebten Plätzen besonders wachsam sein und Rucksack oder Tasche im Auge behalten. Will man abends ausgehen, sollte man so wenig wie möglich dabei haben, dann ist das Risiko, etwas zu verlieren schon gleich geringer. Geht es aber mal nicht ohne Handy etc., dann sollte dies stets so verwahrt werden, dass es nicht jeder sofort sieht und man sollte sich immer wieder vergewissern, dass es noch da ist. Was gar nicht geht ist, sich gnadenlos zu betrinken; denn das nutzen Diebe aus. Es gibt bspw. auf der Long Street teilweise organisierte Banden, die Betrunkene ausfindig machen und deren Schwächen ausnutzen und durch Ablenkung Handys etc. entwenden. Also auf der Straße einfach immer wachsam sein.

Was würdest du anderen Praktikanten und Freiwilligen dazu raten?
(Siehe oben) Befolgt man allgemeine (Groß-)Stadtregeln, dann ist man eigentlich ziemlich sicher. Also Dinge wie: Nicht mit Fremden mitgehen, keine Zurschaustellung von Wertgegenständen in ärmeren Gegenden, nicht alles glauben, nicht alleine umherirren, schon gar nicht bei Nacht. Das Übliche. Besondere Regeln bekommt ihr immer auch noch vor Ort erklärt.

Wie hast du gewohnt und wie hat es dir gefallen?
Ich wohnte mit anderen Freiwilligen in der Gastfamilie in Muizenberg, es war dort sehr schön. Die Strandnähe ist bestimmt ein extra Pluspunkt für alle Wasserratten oder Freunde des Surfsports! Supermarkt, Poststelle und Restaurants sind ebenfalls in Laufnähe vorhanden.

Hast du in Südafrika eine Reise unternommen? Wenn ja, wie und wohin bist du gereist, und wie hat es dir gefallen? Was würdest du anderen zu diesem Thema empfehlen?
Ich bin mit dem Auto entlang der Garden Route gereist. Ein bisschen in die kleine Karoo und am Ende dann in Port Elizabeth nach Hause geflogen. Es war fantastisch! Man muss gar nicht so viel fahren und hat Kontraste wie aus dem Bilderbuch: frisch und grün vs. ausgetrocknet und braun… Berge vs. schier unendliche Weite… Regen und Sonne… Hitze und das Meer.
Empfehlen würde ich, sich vorher so ungefähr zu überlegen, welche Orte man besuchen könnte und die Unterkünfte zu buchen. Denn gerade in der Hochsaison sind diese vor allem an den typischen Plätzen entlang der Garden Route ziemlich voll. Mit Landkarte und Navi lässt sich der Rest jedoch ziemlich spontan gestalten! Nur auf einen vollen Tank sollte man vor längeren Fahrten ein Auge haben, sonst bleibt man am Ende in der Wüste liegen und wartet ein paar Stunden, bis jemand vorbei kommt.

Wie war die Betreuung durch das live&learn vor der Abreise? Wurdest Du gut vorbereitet (Arbeitsstelle, Visa, Lebenssituation)? Wie war die Kommunikation?
Die Betreuung vorab war super! Einsame Spitze, wie viele Informationen man erhalten hat und wie intensiv man vorbereitet wurde. Die Kommunikation verlief super, es wurde immer schnell und detailliert geantwortet. Das Infopaket enthielt mehr als alle notwendigen Informationen zu Geschichte, Land und Leuten. Freizeitempfehlungen etc. waren auch enthalten und eine große Bandbreite abgedeckt – für jeden etwas dabei!

Wie war die Betreuung durch das live&learn Team in Kapstadt? Was hat Dir gefallen? Wurdest Du gut/ausreichend betreut? War das Team ansprechbar in Problemfällen?
Das Team machte eine Einführungstour zu Beginn des Aufenthaltes. Somit wurde man gleich auf Land, Leute und Kultur eingestimmt und mit gewissen Regeln vertraut gemacht. Es wurde stets vermittelt, dass man sich bei Fragen, Wünschen o.ä. stets an das Team wenden könne und man fühlte sich gut aufgehoben und konnte über alles reden.
Für die gute Betreuung vorab und auch Vorort nochmal ein ganz dickes Lob – das war wirklich spitze!

Warum hast du dich für live&learn entschieden? Haben wir deine Erwartungen erfüllt oder hast du deine Entscheidung bereut?
Ich entschied mich für die Organisation, da sie mir sehr seriös erschien. Nicht die typische, anonyme Massenabfertigung, die nur auf Profit aus ist und das Interesse am Austausch verloren hat und durch möglichst breites Angebot möglichst viele Kunden wecken will. Nein. live&learn ist kleiner, bietet nur Erfahrungen in Südafrika an und wirkte deshalb auf mich als beste Wahl. Man merkte, dass den Inhabern etwas daran liegt, was wir Freiwilligen (usw.) dort erleben (können). Man ist nicht nur eine Nummer, ein Bankkonto, eine Akte, sondern der Mensch, der seinen Horizont in diesem wunderbaren Land erweitern will und das zusammen mit live&learn tun will.
Ich habe meine Entscheidung zu keinem Zeitpunkt bereut und bin immer noch dankbar für die tolle Zeit!



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