Oxfam Studie: Acht Männer sind reicher als die Hälfte der Weltbevölkerung

Oxfam Studie: Acht Männer sind reicher als die Hälfte der Weltbevölkerung

Rechtzeitig zum Weltwirtschaftsforum in Davos veröffentlicht die Entwicklungshilfeorganisation Oxfam die Studie „An Economy for the 99%“. Sie zeigt das Ausmass der weltweiten sozialen Ungleichheit: Acht Männer verfügen zusammen über ein größeres Vermögen als die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – dazu zählen ca. 3 Milliarden Menschen. Oxfam schätzt das Vermögen der acht reichsten Milliardäre auf 426 Milliarden Dollar, das der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung auf 409 Milliarden Dollar. Sechs dieser reichsten Männer kommen aus den USA.

Die weltweite soziale Ungleichheit ist laut des Oxfam Berichts grösser als bisher angenommen. In 2010 habe das Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung noch dem der 388 reichsten Menschen entsprochen. Neue Daten aus China und Indien zeigen Oxfam zufolge, dass die ärmere Hälfte deutlich weniger Vermögen besitzt als gedacht und die reichsten Menschen gleichzeitig immer reicher werden. Die Soziale Schere wird also immer grösser.

Zu recht stellt die Oxfam Studie die Frage, wie es passieren konnte, dass wir trotz vermeintlicher Versuche der Armutsbekämpfung eine Weltwirtschaft geschaffen haben, von der nur 1% enorm profitieren, nicht aber zukünftige Generationen oder aber unser Planet?

Ob es gelingt, weltweit Armut zu bekämpfen, hängt laut Oxfam entscheidend davon ab, wie mit extremer sozialer Ungleichheit umgegangen wird, und ob Strukturen geschaffen werden, in denen eine Umverteilung von Ressourcen stattfinden kann. Denn eigentlich sind ja genug Ressourcen für alle da – sie sind nur extrem ungleich verteilt. Als Gegenmaßnahmen schlägt Oxfam daher eine gerechtere Steuer- und Wirtschaftspolitik zum Wohl der ärmeren 99 Prozent der Weltbevölkerung vor. Neben einer stärkeren Besteuerung von Einkommen und Vermögen von Superreichen fordert Oxfam auch die stärkere Besteuerung von großen Konzernen und vor allem die Schließung von Steuerschlupflöchern, die Staaten um wichtige Steuereinnahmen bringen. Auf dem afrikanischen Kontinent zum Beispiel, wird laut Oxfam Bericht ein Drittel des Vermögens reicher Afrikaner (ca. 500 Milliarden US$) in Steueroasen im Ausland angelegt. Es wird geschätzt, dass den afrikanischen Staaten auf diese Weise jährlich 14 Milliarden US$ an Steuereinahmen verloren gehen. Dies wäre genug Geld, um eine Gesundheitsversorgung aufzubauen, die das Leben von 4 Millionen afrikanischen Kindern retten könnte. Der Betrag würde zusätzlich auch noch reichen, um allen afrikanischen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen.

Den vollständigen Oxfam Bericht findest du auf der Webseite von Oxfam.



Du möchtest mehr über Freiwilligenarbeit, Praktika, Sabbaticals, Reisen oder Sprachkurse in Südafrika erfahren?
Share This