Freiwilligendienst im Township Kindergarten

Erfahrungsbericht von Karin, Auszubildende – Freiwillige in einem Township Kindergarten bei Kapstadt von Juli bis August 2016  

Karin hatte über ihre Kirchengemeinde von den Möglichkeiten eines sozialen Engagements in Südafrika erfahren und kam kurzerhand selbst nach Südafrika, um sich zu engagieren.

Hier berichtet sie von ihren Erfahrungen:

 

Wie hat dir dein Freiwilligendienst im Kindergarten gefallen? Hat er deinen Erwartungen entsprochen? Was waren die Highlights? Was war schwierig oder hat dir nicht so gut gefallen?
Mein Freiwilligendienst hat mir sehr gut gefallen. Es war so, wie ich es mir vorgestellt habe. Die Kinder waren super süß, auch wenn sie auf mich (oder auch auf die anderen Freiwilligen) nicht so gut gehört haben, wie auf ihre Lehrerin. Ich war überrascht, wie gut man sich mit den meisten Kindern auf Englisch unterhalten kann.
Etwas schwierig war für mich, dass zwei Jungs aus meiner Klasse kein Wort Englisch mit mir gesprochen haben. Ich weiß nicht, ob sie nur keine Lust dazu hatten, oder ob sie es wirklich nicht konnten. Diese Jungs haben auch nie mitgearbeitet in der Gruppe, konnten sich auf nichts konzentrieren und haben die anderen Kinder abgelenkt. Ich habe es nicht geschafft, dass sie mir zuhörten bzw. auf mich hörten.

Mit welchen Aufgaben wurdest du betraut?
Ich habe die Lehrerin beim Unterricht unterstützt – zum Beispiel habe ich Bilder an die Tafel gemalt und den Kindern geholfen, diese nach zu malen. Manchmal habe ich ihnen Geschichten oder Märchen auf Englisch erzählt. Morgens habe ich Englisch mit ihnen geübt, wir haben die Wochentage, Monate, Zahlen, Essen, Tiere usw. gemeinsam geübt. Wenn die Kinder draußen gespielt haben, habe ich sie betreut und aufgepasst, dass nichts passiert.

Wie waren das Arbeitsklima und die Betreuung durch den Arbeitgeber?
Die Kindergärtnerinnen waren alle sehr nett und freundlich. Es war ein super angenehmes Arbeitsklima.

Welches sind die wichtigsten Erfahrungen und Eindrücke, die du aus deiner Zeit in Südafrika mitnimmst?
Ich habe sehr viel erlebt in dieser kurzen Zeit. Was ich schon in den ersten paar Tagen gemerkt habe ist, dass Südafrika ein wunderschönes Land ist! Die Leute sind alle sehr freundlich und du kommst schnell ins Reden mit Fremden.
Die Landschaft ist atemberaubend und wahnsinnig vielfältig! Wir haben direkt am Meer gewohnt, aber fährt man nur 15 Minuten ins Landesinnere sieht es auf wie in der Toskana.

Was hat dir gefallen, was war schwierig?
Mir hat eigentlich alles dort gefallen! Die Wohnung war sehr schön, mit den anderen Mädels habe ich mich super verstanden, wir haben tolle Ausflüge gemacht und ich hatte ein tolle Zeit mit den Kindern.
Ich war allerdings überrascht (im negativen Sinne), dass von der Apartheidszeit noch einiges übrig geblieben ist. In Berufen mit geringem Verdienst und Bildung haben fast ausschließlich schwarze gearbeitet. Also als Tankwart, in der Küche als Tellerwäscher, im Supermarkt als Tütenpacker.

Auto und Transport: Was empfiehlst du anderen in Bezug auf ein Auto?
Wenn man mal an einem Wochenende nichts zu tun hat, sollte man sich unbedingt ein Auto ausleihen und ein bisschen rumfahren, um die Landschaft ein bisschen zu sehen. Ich liebe die zahlreichen Küstenstraßen mit atemberaubendem Meerblick und die steilen Passstraßen. Man sieht auch immer ein paar Tiere am Straßenrand: Affen, Strauß, Schildkröten … .
Und links auf der Straße zu fahren ist nicht so schwer, wie man es sich immer vorstellt. Ist auf alle Fälle einen Versuch wert!

Wie hast du das Thema persönliche Sicherheit und Kriminalität empfunden?
In der Wohnung habe ich mich immer sehr sicher gefühlt. Es war auch an unserem Einsatzort nie ein Problem, im Dunkeln nach Hause zu gehen, wenn man in der Gruppe unterwegs ist. Ich wurde auch im Vorfeld meiner Reise immer davor gewarnt, dass es in Kapstadt sehr gefährlich ist und dass man auf keinen Fall Taschen oder Rucksäcke mitnehmen sollte, weil diese sonst gestohlen werden. Ich habe mich allerdings nie unsicher in Kapstadt gefühlt, obwohl ich immer eine Tasche dabei hatte. Wenn man ein bisschen drüber nachdenkt, was man tut und z.B. nicht nachts durch ein Township rennt oder nachts alleine durch Kapstadt streift, ist es meiner Meinung nach nicht unsicherer als in anderen Großstädten.

Was würdest du anderen Praktikanten und Freiwilligen dazu raten?
Einfach mit gesundem Menschenverstand drüber nachdenken, was man tut. Dann kann nicht so viel falsch laufen was die Sicherheit betrifft.

Wie hast du gewohnt und wie hat es dir gefallen?
Ich habe in einer sehr großen, hellen Wohnung direkt am Meer, mit wahnsinnig schöner Aussicht gewohnt. Vom Balkon aus konnten wir den Sonnenuntergang sehen. Die Wohnung ist wirklich sehr schön und toll eingerichtet. Das einzige Problem war manchmal, dass die Wände ein bisschen dünn sind. Aber sonst war sie perfekt!

Hast du in Südafrika eine Reise unternommen? Wenn ja, wie und wohin bist du gereist, und wie hat es dir gefallen? Was würdest du anderen zu diesem Thema empfehlen?
Mein Freund und ich haben uns ein Auto geliehen und haben eine zweiwöchige Garden Route Tour gemacht. Wir sind über Oudtshoorn nach Addo in den Elephant Park und an der Küste entlang wieder zurück. Dort wo es uns besonders gefallen hat, haben wir uns eine Unterkunft gesucht und sind ein bisschen geblieben. Es war sehr unkompliziert und sehr schön!
Meine Empfehlung ist, wenn man für ein Praktikum oder Freiwilligendienst nach Südafrika kommt, sollte man ein bisschen mehr Zeit einplanen und im Anschluss (oder davor) unbedingt noch ein bisschen das Land erkunden.

Die Betreuung durch das live&learn vor der Abreise und während deines Südafrikaaufenthaltes: Wurdest Du gut vorbereitet (Arbeitsstelle, Visa, Lebenssituation)? Wie war die Kommunikation? Welche weiteren Informationen wären hilfreich gewesen? Wie hat dir das Infopaket gefallen?
Ich wurde sehr gut bereut. Auf meine Fragen habe ich immer sehr schnell eine ausführliche Antwort bekommen. Ich wurde auch informiert, als meine Ansprechpartnerin in der Organisation auf Projektreise und per Email nicht erreichbar war. Dann habe ich die Handynummern bekommen, falls ich in dieser Zeit Fragen habe.
Das Infopaket war sehr ausführlich und hat einen detaillierten Einblick darüber verschafft, wie das Projekt aufgebaut ist.
Was mir sehr gut gefallen hat, ist, dass man eine Checkliste bekommt, um im Voraus noch mal die wichtigsten Dinge abzufragen.

Die Betreuung durch den live&learn Partner am Einsatzort: Was hat dir gefallen? Wurdest du gut/ausreichend betreut? War Patricia ansprechbar in Problemfällen?
In Südafrika wurde ich sehr gut betreut. Patricia hat sich sehr gut und mütterlich um uns gekümmert und uns immer Tipps gegeben, was wir unternehmen könnten, wo es gerade Rabatte gibt, was schöne Ausflugsziele sind usw..
Sie hat sich sehr darum bemüht, dass es uns allen gut geht und dass wir alle eine schöne Zeit haben und man konnte jederzeit zu ihr kommen, wenn man ein Problem hatte oder etwas wissen wollte.
Auch während meiner Garden Route Tour war ich noch in Kontakt mit Patricia, obwohl das Projekt ja eigentlich schon zu Ende war. Sie hat mir Tipps gegeben, wo man übernachten kann usw..



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