Freiwilligendienst Pinguinschutzprojekt – Erfahrungsbericht

Freiwilligendienst Pinguinschutzprojekt – Erfahrungsbericht

Freiwilligendienst Südafrika Pinguinschutz: Erfahrungsbericht von Melissa, Abiturientin – Freiwillige von April bis Juni 2016

Freiwilligendienst Südafrika Pinguinschutz

Wie hat dir dein Freiwilligendienst im Pinguinschutzprojekt gefallen? Hat er deinen Erwartungen entsprochen? Was waren die Highlights? Was war schwierig oder hat dir nicht so gut gefallen?
Mein Freiwilligendienst hat mir sehr gut gefallen. Es war zwar harte, körperliche Arbeit, aber durch die Teamarbeit mit anderen Freiwilligen aus aller Welt hat es super viel Spaß gemacht. Besonders gut gefallen hat mir die Arbeit als „Pen Supervisor“ im Pinguingehege, wenn ich dafür verantwortlich war, dass alles im Zeitplan richtig abläuft. Dabei kann man Verantwortung übernehmen und vielfältige Tätigkeiten ausführen, wie Pinguine durch die Gegend tragen, den Pool reinigen, Fisch vorbereiten, Medikamente geben usw. Aber Achtung: Die Vögel, die hier rehabilitiert werden, sind wilde Tiere, ergo sie beißen. Vor allem die Pinguine und die berüchtigten Cape Gannets beißen besonders fest, weshalb man öfters, trotz Schutzkleidung, ein Pflaster braucht.
Auch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass der Großteil der Arbeit in einem Pinguinkrankenhaus darin besteht, das Rehabcenter sauber und möglichst keimfrei zu halten, d.h. im Klartext: Putzen, putzen, putzen. Wenn man die täglichen Aufgaben aber im Team bewältigt und jeder ein bisschen macht, ist es gar nicht so schlimm.
Mein Highlight war natürlich der Release. Es ist schön zu sehen, wie die Tiere, die man zuvor Wochen lang betreut und aufgepäppelt hat endlich zurück in die Kolonie entlassen werden können. Eine andere schöne Erfahrung war der sogenannte „First Swim“ eines Pinguinkükens, das zum ersten Mal in seinem Leben schwimmt.
Im Großen und Ganzen haben meine Erwartungen der Realität entsprochen. Was ich nicht erwartet habe war jedoch, dass man jeden Tag mit Vogelkacke bedeckt ist, am besten also Kleider zum Arbeiten mitnehmen, die einem nicht so lieb und teuer sind. Was mir auch nicht so gut gefallen hat, war das ständige barfuß sein in den Arbeitsschuhen (Crocs), dadurch hatte man immer nasse Füße und auch sonst war man eigentlich die meiste Zeit nass, wodurch die Pinguinbissspuren leider nur langsam heilen. Ich empfehle eigene Crocs oder eine billige Version davon mitzubringen! Ach ja…und man darf leider keine Pinguine streicheln, weil die sich ja schließlich nicht an Menschen gewöhnen sollen.
Was ich mir auch anders vorgestellt hatte, war das Füttern der Pinguine. Wer an die Showfütterungen aus dem Zoo denkt, Fehlanzeige. Man bekommt gezeigt, wie man den Pinguin zwischen seinen Beinen fixiert, ihm den Schnabel öffnet und dann den Fisch in den Schnabel schiebt, ohne sich dabei beißen zu lassen … ganz schön spannend aber unromantisch.

Mit welchen Aufgaben wurdest du betraut?
Zu meinen Aufgaben zählten: Mit Vogelkacke verdreckte Matten und Transportboxen mit dem Hochdruckreiniger säubern, zugeteiltes Gehege einmal täglich säubern, Wäsche waschen (mit Vogelkacke verdreckte Laken und Handtücher), rohen Fisch vorbereiten (mit Schere zerkleinern, mit Tabletten präparieren), Geschirr spülen, Passagen schrubben, Nistmaterial zuschneiden, Pinguine und Möwen nach täglichem Plan betreuen und pflegen (füttern, mit Spritze und Schlauch Flüssigkeit oder Fisch-Formula verabreichen, Medikamente verabreichen, in den Pool zum Schwimmen geben, Pinguine wiegen und für Checks der Tierärzte halten, Karten und Listen schreiben (tägliche Dokumentation über den jeweiligen Vogel und Vorbereitung des Plans für den nächsten Tag).
Alle Aufgaben wechseln von Tag zu Tag, so dass man nicht jeden Tag das Gleiche macht.

Wie waren das Arbeitsklima und die Betreuung durch den Arbeitgeber?
Das Arbeitsklima hat mir gut gefallen, man arbeitet viel im Team und sollte daher auch teamfähig sein. Wenn ich etwas lernen wollte, wurde es mir in der Regel direkt gezeigt oder versucht einen Termin dafür zu finden. Die festen Mitarbeiter waren für meine Fragen meistens ansprechbar und gaben auch viele Tipps. Über meine Wünsche konnte ich offen sprechen und meistens wurden sie auch so gut es geht berücksichtigt. Die Tierärztin kam an einem Tag sogar auf mich zu und fragte, ob ich bei der Autopsie eines Kormorans und einer Möwe zusehen will. Das war sehr interessant.

Welches sind die wichtigsten Erfahrungen und Eindrücke, die du aus deiner Zeit in Südafrika mitnimmst?
Kapstadt ist sehr vielfältig und hat daher einiges an Freizeitaktivitäten zu bieten. Berge oder Meer? In Kapstadt kannst du beides haben!
Meine wichtigste Erfahrung war jedoch, dass man sich von gut gemeinten Warnungen über Südafrika nicht abschrecken lassen sollte, denn so gefährlich ist es dort gar nicht, wenn man seinen Verstand benutzt. Mit der Devise, tue nichts, was du zuhause auch nicht tun würdest, fährt man dabei ganz gut. Schließlich würdest du in Deutschland auch nicht unbedingt nachts alleine durch dunkle zwielichtige Gassen laufen oder zu einem Fremden, den du nicht kennst, ins Auto steigen.
Die Menschen in Südafrika sind sehr freundlich und haben meistens ein Lächeln auf den Lippen, das ansteckend ist. Und sie reden gerne und viel, selbst mit dem einfachen Straßenverkäufer kann man ein ungezwungenes Schwätzchen halten ohne gleich etwas kaufen zu müssen.
Südafrika ist ein wunderschönes Land mit vielfältiger Landschaft, vielfältiger Tierwelt und Kultur. Mein Besuch dort hat sich auf jeden Fall gelohnt und ich komme definitiv wieder!

Was hat dir gefallen, was war schwierig?
Gefallen hat mir die Offenheit der Menschen in Südafrika, schwierig war nur die ständige Konfrontation mit der Armut. Wenn man auf der bekannten Partymeile der Long Street in Kapstadt unterwegs ist, wird man unterwegs immer wieder von bettelnden Menschen angesprochen, die darum bitten, dass man ihnen Brot oder Milch kauft.
Nachdem man dann aber dem dritten Tagelöhner eine Milch gekauft oder 2 Rand in die Hand gedrückt hat, sieht man ein, dass man leider nicht allen helfen kann.

Auto und Transport: Was empfiehlst du anderen in Bezug auf ein Auto?
Ein Auto ist praktisch, da man damit unabhängig von Reiseveranstaltern ist. Wir haben uns z.B. einmal für einen Tag zu fünft ein Auto gemietet und sind damit zum Kap der guten Hoffnung gefahren. Wir konnten den Ausflug machen wann wir wollten und haben auch noch Geld gespart. Allgemein kommt man aber in Kapstadt ganz gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B. Da gibt es z.B. den Myciti-Bus, der recht zuverlässig und günstig ist, auch mit dem Zugfahren in der Gruppe habe ich gute Erfahrungen gemacht. Will man zu einem bestimmten Ort möglichst schnell, kann man auch ein Taxi über die App „Uber“ rufen, das je nach dem mit wie vielen Mitfahrern sich den Preis teilt zwar teurer als Zug und Bus ist, aber immer noch recht günstig ist und sich besonders für abendliche Ausgänge eignet.

Wie hast du das Thema persönliche Sicherheit und Kriminalität empfunden?
Es gibt viele arme Menschen, die vor allem in den Townships von Kapstadt leben. Dennoch habe ich mich zu keiner Zeit ernsthaft bedroht gefühlt und wurde in den 8 Wochen, die ich dort verbracht habe, kein einziges Mal bestohlen.

Was würdest du anderen Praktikanten und Freiwilligen dazu raten?
Seid einfach vorsichtig, aber nicht ängstlich. Wenn ich am Strand war, haben wir immer abwechselnd auf unsere Sachen aufgepasst, wenn einer im Wasser war. Wenn man seine Sachen unbeaufsichtigt lässt, ist man ja schließlich selbst schuld, wenn einem was gestohlen wird. Also, lass deine Wertsachen einfach nicht unbeaufsichtigt und offen irgendwo liegen, am besten nimmst du immer so wenige wie möglich mit.

Wie hast du gewohnt und wie hat es dir gefallen?
Ich habe zusammen mit anderen Freiwilligen in einer Lodge gewohnt und mir mit drei anderen ein Schlafzimmer geteilt, manchmal mit bis zu sieben anderen ein Bad und eine Küche. Streit hat es allerdings nie gegeben, sondern lustige DVD-Abende und Abschiedsgrillen. Man findet sofort Anschluss und sogar gute Freunde, die einem auch noch nach der Zeit in Südafrika erhalten bleiben.

Was waren deine Lieblingsplätze, die du auch anderen Praktikanten und Freiwilligen empfehlen würdest?
Restaurants: The Crypt (Kapstadt), Moyo am Big Bay (Kapstadt), The Africa Café (Kapstadt).
Bars: The Thursty Turtle am Marine Circle (Kapstadt), Pakalolo am Marine Circle (Kapstadt).
Sportaktivitäten: Caprinha (Kitesurfen am Big Bay, Kapstadt), Big Bay Surf (Surfbrettverleih, Kapstadt); Wandern auf den Tafelberg und Little Lion’s Head.

Hast du in Südafrika eine Reise unternommen? Wenn ja, wie und wohin bist du gereist, und wie hat es dir gefallen? Was würdest du anderen zu diesem Thema empfehlen?
Ich bin nicht innerhalb von Südafrika vereist, was auch kein Muss ist. Kapstadt und die nähere Umgebung ist sehr schön und man kann dort viel unternehmen. Daher wird es einem dort auch bei längerem Aufenthalt nicht langweilig. Wer allerdings die Möglichkeit hat, an seinen Freiwilligendienst noch eine Rundreise dranzuhängen, denke ich lohnt es sich, weil es in Südafrika noch so viele andere sehenswerte Orte gibt, die ich auch noch gerne bereisen würde.

Die Betreuung durch das live&learn vor der Abreise: Wurdest Du gut vorbereitet (Arbeitsstelle, Visa, Lebenssituation)? Wie war die Kommunikation? Welche weiteren Informationen wären hilfreich gewesen? Wie hat dir das Infopaket gefallen?
Ich wurde von Anfang an rundum gut vorbereitet und betreut. Meine Ansprechpartner waren freundlich, meine E-Mails wurden in der Regel bereits am nächsten Tag beantwortet und alle meine darin enthaltenen Fragen. Bei allen wichtigen Vorbereitungen wurde ich gut beraten, ich erhielt sogar eine Checkliste, was ich alles erledigen muss und am besten wann vor der Abreise (Impfungen, Visa, Reisepass, Kreditkarte, etc.). Besonders gut gefallen hat mir auch der persönliche Fragebogen ganz zu Beginn der Beratung, woraufhin mit noch ein weiteres Projekt vorgeschlagen wurde, welches auch sehr gut zu mir gepasst hätte.
Über meine Arbeit im Pinguinschutzprojekt wurde ich sehr gut aufgeklärt, besonders darüber, dass es wirklich harte Arbeit ist und kein „Pinguinstreicheln“. Daher bin ich mit realistischen Vorstellungen ins Projekt gegangen, anders als andere Volontäre von anderen Organisationen.
Das persönliche Infopaket hat mir auch gut gefallen, da gab es dann nochmal einige Insidertipps. Das sind nur einige Beispiele für den guten Service von live&learn, ich persönlich war rundum zufrieden!

Die Betreuung durch das live&learn Team in Kapstadt: Was hat Dir gefallen? Wurdest Du gut/ausreichend betreut? War das Team ansprechbar in Problemfällen?
Ich wurde super vor Ort durch Antje und Alex betreut, Antje stand mir ja bereits im Vorfeld für alle meine Fragen zur Verfügung. Alex hat mich pünktlich vom Flughafen abgeholt ohne dass ich ihn suchen musste. Auch die Einführungstour an meinem ersten Tag nach der Ankunft in Kapstadt durch Alex war sehr informativ und freundlich. Als ich eine Lebensmittelvergiftung hatte, konnte ich meine beiden Ansprechpartner schnell erreichen, um mir einen Arzt in meiner Nähe empfehlen zu lassen. Auch in den Tagen danach erkundigten sich die beiden immer wieder, wie es mir so geht und ob ich sonst noch etwas brauche. Also ich würde sagen Test „Ansprechbarkeit in Problemfällen“ bestanden.

Warum hast du dich für live&learn entschieden? Haben wir deine Erwartungen erfüllt oder hast du deine Entscheidung bereut?
Ich habe mich für live&learn aufgrund der Preise und dann letztendlich aufgrund der guten Beratung im Vorfeld bevor überhaupt feststand, ob ich mit live&learn nach Südafrika gehe, entschieden. Meine Erwartungen von einem guten Preisleistungsverhältnis wurden voll erfüllt.

Welche Anregungen und Empfehlungen hast du für das live&learn Programm? Wie können wir unseren Service verbessern?
Bleibt so freundlich und zuvorkommend wie ihr seid!

Interessierst du dich für die Mitarbeit im Projekt „Freiwilligendienst Südafrika Pinguinschutz“? Weitere Informationen zur Mitarbeit in diesem Projekt findest du unter dem Link FREIWILLIGENARBEIT PINGUINSCHUTZ.

Weitere Einsatzmöglichkeiten im Tier-und Artenschutz findest du unter dem Link FREIWILLIGENARBEIT TIER- UND ARTENSCHUTZ.

Einsatzmöglichkeiten in sozialen Projekten findest du unter den Links FREIWILLIGENARBEIT SOZIALES UND BILDUNG sowie FREIWILLIGENARBEIT MEDIZIN UND THERAPIE oder FREIWILLIGENARBEIT SPORT UND KULTUR.

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