Praktikum Physiotherapie

Praktikum Physiotherapie

Erfahrungsbericht von Andrea, Physiotherapeutin – Praktikantin von Oktober 2011 bis März 2012

Andrea_Physiotherapie kleinWie hat Dir Dein Praktikum gefallen? Hat es Deinen Erwartungen entsprochen? Wie waren das Arbeitsklima und die Betreuung durch den Arbeitgeber? Mit welchen Aufgaben wurdest Du betraut? Was waren die Highlights? Was war schwierig oder hat Dir nicht so gut gefallen?
Meine Zeit in Südafrika ist mir als eine sehr abwechslungsreiche, kulturell interessante und abenteuerliche Zeit in Erinnerung geblieben. Während meiner 6 Monate in Kapstadt absolvierte ich ein Praktikum als Physiotherapeutin an einer Schule für körperbehinderte Kinder. Die Physiotherapeutinnen der Schule und die Therapieassistentin nahmen mich herzlich in die Gruppe auf. So wurde ich schnell in die Arbeitsabläufe eingelernt und übernahm die physiotherapeutische Betreuung von Kindern in der Einzel- und Gruppentherapie. Zum Ende des Schuljahres und Beginn des Schuljahres wurden Assessments durchgeführt, um den Stand der motorischen Entwicklung der Kinder festzuhalten und somit den Therapieverlauf zu evaluieren. Die interdisziplinäre Arbeit mit Lehrkräften, Erziehern, Ergotherapeuten und Logopäden war sehr wichtig. Somit waren wir auf Ausflügen als Betreuer dabei und wurden in den Schulalltag der Kinder mit einbezogen. Außerdem saßen wir jeden Morgen gemeinsam mit Lehrern, Erziehern, Assistenten und Therapeutinnen in einer kurzen Konferenz zu Besonderheiten im Schulalltag.

Zu Beginn war es schwierig den südafrikanischen Akzent zu verstehen. Die Kinder lernen Englisch teilweise als Zweitsprache erst an der Schule kennen. Folglich war es nicht so dramatisch für mich, Fehler in der Grammatik zu machen. Dies erleichterte mir das Sprechen und ich lernte schnell die verschiedenen Muttersprachen und die Besonderheiten des südafrikanischen Englischs kennen.

Ein Punkt, der mir während meines Praktikums sehr gut gefallen hat, war die Offenheit und die Toleranz gegenüber den verschiedenen Kulturen und Hautfarben. Dies hatte ich anders erwartet. In dieser Schule wurden sowohl Kinder aus reichen als auch aus armen Verhältnissen aufgenommen. Der Umgang des Personals untereinander war immer sehr freundschaftlich und offen.

Des Weiteren wurde ich als qualifizierte Physiotherapeutin ohne Erfahrung in der Pädiatrie sehr schnell integriert und konnte auch an externen Fortbildungen teilnehmen.

Welches sind die wichtigsten Erfahrungen/Eindrücke, die Du aus Deiner Zeit in Südafrika mitnimmst? Was hat Dir gefallen, was war schwierig?
Südafrika ist ein faszinierendes Land. Die Natur, die Landschaft, die kulturelle Vielfalt und doch die sehr industrialisierte und europäisch orientierte Lebensweise macht es aus. In Kapstadt zeigen sich die Probleme Afrikas und das Erbe der Kolonialzeit. Außerdem ist es heutzutage ein beliebtes Auswanderungsland für Europäer und vor allem für Deutsche. Somit gab es auch hier Laugenbrezeln als Heilmittel gegen Heimweh.
Dies kam aber nur selten auf. Außer beim Gefühl der Sicherheit. Da vermisst man doch Deutschland. Denn das Leben mit öffentlichen Transportmitteln ist nicht so einfach wie in Deutschland. Es gibt keine Fahrpläne, die Busse und Minitaxis sind nur tagsüber sicher und werden hauptsächlich von der ärmeren Schicht genutzt. Man musste immer seine Wertsachen im Auge behalten und sich an ein paar Verhaltensregeln halten. Zum Beispiel nicht mit dem Smartphone auf der Straße in aller Öffentlichkeit telefonieren. Und wenn man überfallen wird, alles hergeben. Mir ist aber diesbezüglich nichts passiert. Es lag auch daran, dass ich mir irgendwann ein Auto gemietet habe und so relativ sicher fortbewegen konnte.

Was empfiehlst Du anderen in Bezug auf das Thema Auto/Transport/persönliche Sicherheit?
Es ist gut, einmal alle Verkehrsmittel ausprobiert zu haben. Denn es gehört zur südafrikanischen Kultur, einmal Minibustaxi gefahren zu sein. Den Versuch Fahrrad zu fahren, würde ich in Kapstadt lieber lassen. Denn die Autos ignorieren Fahrradfahrer prinzipiell und Fahrradwege gibt es noch nicht. Somit ist es sinnvoll, um die Stadt und die Umgebung sicher und schnell zu erkunden, ein Auto zu mieten.

Wurdest Du vor deiner Abreise gut durch live&learn vorbereitet und betreut? Wie war die Kommunikation? Welche weiteren Informationen wären hilfreich gewesen? Wie hat Dir das Infopaket gefallen?
Da alles sehr kurzfristig bei mir war, war ich sehr dankbar für die Hilfe von Antje und Alex. Innerhalb von 6 Wochen war mein Praktikumsplatz organisiert, die Visafrage geklärt, Zimmer gefunden und Flug gebucht. Ich hatte bei meiner Abreise das Gefühl, dass alles organisiert ist und wenn etwas schief geht, ich nicht alleine da stehe.

Wie hat Dir die Betreuung durch  das live&learn Team in Kapstadt gefallen? Wurdest Du gut betreut? War das Team ansprechbar in Problemfällen?
Antje und Alex erleichterten mir den Einstieg in den Alltag in Südafrika, sie gaben mir Tipps und standen mir immer mit Rat und Tat zur Seite. Ich hatte immer das Gefühl, es ist jemand da. Vor allem bei Notfällen, wie z.B. der Frage wo ist die nächste gute Notaufnahme, waren sie immer erreichbar.
Ich konnte mein Leben in Kapstadt eigenständig gestalten und fühlte mich mit ihrer Betreuung sicher und schnell heimisch in der fremden Stadt.

Warum hast Du Dich für live&learn entschieden? Haben wir Deine Erwartungen erfüllt oder hast Du deine Entscheidung bereut?
Ich hatte mich für live&learn entschieden, da sich meine eigenständige Praktikumssuche als schwierig herausstellte. Außerdem war ich als Au-pair ohne Organisation im Ausland und musste meinen Aufenthalt abbrechen, da ich keine Hilfe hatte, eine neue Familie zu suchen. Diese negative Erfahrung wollte ich nicht noch einmal im Ausland sammeln. Deshalb wählte ich den sicheren Weg. Denn bei Problemen am Praktikumsplatz oder bei der Wohnsituation ist Unterstützung manchmal sehr hilfreich. Aber das musste ich zum Glück nicht in Anspruch nehmen.



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