Praktikum bei einem Segelprojekt

Praktikum bei einem Segelprojekt

Erfahrungsbericht von Inga, Studentin – Praktikum von Juli bis September 2013

Erfahrungsbericht Segelprojekt IngaWie hat dir dein Praktikum gefallen? Hat es deinen Erwartungen entsprochen? Was waren die Highlights? Was war schwierig oder hat dir nicht so gut gefallen?
Mein Praktikum war ein Traum. Ich habe mich in der Segelschule sehr wohl gefühlt und wollte eigentlich gar nicht mehr weg. Ich stehe bis heute noch in engen Kontakt zu den Mitarbeitern und werde auch noch einmal nach Südafrika zurück kehren.
Die ersten Wochen war alles noch ein bisschen ungewohnt und ich musste meine Aufgaben erst noch finden und mich an die Gewohnheiten der Südafrikaner gewöhnen. Doch nach zwei Wochen war alles soweit eingespielt und ich hatte von Tag zu Tag mehr Spaß. Meine Erwartungen wurden alle erfüllt und sogar übertroffen. So habe ich einerseits gelernt, wie man Kinder mit Herzblut und Leidenschaft statt mit genau ausgearbeiteten methodischen Schritten Segeln beibringt und anderseits habe ich für mich selber nicht nur Fortschritte im Segeln gemacht, sondern auch gesehen wie glücklich diese Kinder sind, obwohl sie nicht viel mehr als die paar Segelstunden pro Woche haben. Diese Einstellung und diese Wirkung des Sportes möchte ich in mein späteres Berufsleben als Sportlehrerin mitnehmen.

Mit welchen Aufgaben wurdest du betraut?
Ich hab bei der Organisation von 11.00 bis 13.00 vor allem die Büroarbeit übernommen. Die hauptsächlich daraus bestand, die Teilnehmerlisten für die nachmittags statt findenden Segelkurse zu erstellen und zu aktualisieren. Manchmal hatte ich auch die Möglichkeit, morgens bei der Bootsarbeit mit zu helfen und habe so zum Beispiel die Wände eines Fischerboots gestrichen.
Nach der Mittagspause, die ich meistens mit meinen Kollegen verbracht habe, sind der Segelmanager und ich mit dem „Truck“ in die Townships gefahren, um die Kinder fürs Segeln abzuholen. Jeden Tag war eine andere Schule dran, daher waren die Kinder zwischen 8 und 18 Jahre alt. Bei schlechtem Wetter stand Segeltheorie im Klassenzimmer auf dem Programm und bei gutem Wetter wurde je nach Windverhältnissen entweder geschwommen oder in Jollen gesegelt. Abschließend hat jedes Kind noch ein Sandwich bekommen, bevor es im Truck wieder nach Hause für die Kinder ging. Meine Aufgaben am Nachmittag waren vielfältig und bestanden hauptsächlich darin, dort zu helfen, wo eine Hand fehlte. So habe ich zum Beispiel den Kindern im Klassenraum Knoten gezeigt, bei wenig Wind mit ihnen Schwimmen geübt oder bin mit aufs Wasser gegangen entweder im Segelboot oder als Begleitung im Motorboot.

Wie waren das Arbeitsklima und die Betreuung durch den Arbeitgeber?
Die Kollegen haben mich sehr freundlich aufgenommen und haben mir immer helfend zur Seite gestanden. Mein Arbeitgeber hat sehr darauf geachtet, dass ich möglichst viele Bereiche kennen lerne und hat dafür gesorgt, dass ich gut im Team aufgenommen werde und nicht nur als „Praktikantin“ abgestempelt werde.

Ich kann ein Praktikum an der Segelakademie nur jedem Sportinteressierten weiterempfehlen.

Welches sind die wichtigsten Erfahrungen/ Eindrücke, die du aus deiner Zeit in Südafrika mitnimmst? Was hat dir gefallen, was war schwierig?
Südafrika ist ein wunderschönes Land. Die Menschen dort sind so freundlich und herzlich. So habe ich einmal im Zug Nasenbluten bekommen und mir haben sofort 5 Fremde Taschentücher angeboten und mir sofort ihren Sitzplatz angeboten. Die Menschen dort haben viel weniger finanzielle und materiale Mittel als wir, aber ich hatte das Gefühl, dass sie dadurch mehr Zeit und Energie für Nächstenliebe und Lebensfreude haben. Die Mehrheit der Südafrikaner hat eine Lebenseinstellung, von der sich die meisten Deutschen noch etwas abgucken können.

Schwierig fiel es mir mit der Unpünktlichkeit beziehungsweise der Unzuverlässigkeit der meisten Südafrikaner umzugehen. So war es nicht nur normal, dass aus einer Verabredung um 11:00 ein Treffen um 12:00 wurde, sondern es kam auch vor, dass wochenlange geplante Unternehmungen an demselben Tag mehr oder weniger kommentarlos abgesagt wurden. Dieser Verhalten war für mich neu und es viel mir sehr schwer mich daran zu gewöhnen.

Wie hast du gewohnt und wie hat es dir gefallen?
Ich habe in einer Gastfamilie in Muizenberg gewohnt und es hat mir sehr gut gefallen. Die Familie hat mich wie ein eigenes Kind aufgenommen und ich habe so noch viel mehr von der südafrikanischen Lebensweise kennen gelernt.

Was empfiehlst du anderen Freiwilligen in Bezug auf das Thema Auto/Transport?
Innerhalb von Kapstadt braucht man kein Auto, dort kann man prima mit dem Zug voran kommen. Vielleicht lohnt es sich, sich für ein Wochenende ein Auto zu leihen und an das Kap der Guten Hoffnung fahren, weil man dort nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinkommt. Für längere Reisen wie die Gaarden Route würde ich auf jedenfall ein Auto ausleihen.

Wie hast du das Thema persönliche Sicherheit empfunden?
Ich habe mich immer sicher gefühlt. Mir wurde nie etwas geklaut und ich hatte auch nie das Gefühl, dass mir bald etwas geklaut wurde. Meiner Meinung nach wird die Situation immer viel schlimmer dargestellt als sie eigentlich ist. Man sollte sich in Kapstadt genau wie in jeder anderen Großstadt vorsichtig verhalten und nicht sofort als Tourist auffallen. So sollte man zum Beispiel vielleicht nicht unbedingt im Zug seine Kamera rausholen, wenn man ganz alleine ist. An der Waterfront, wo noch viele andere Toursisten rumlaufen, hingegen, kann man seine Kamera problemlos benutzen.

Wurdest du gut durch live&learn vorbereitet und betreut? Wie war die Kommunikation? Welche weiteren Informationen wären hilfreich gewesen? Wie hat dir das Infopaket gefallen?
Ich wurde gut vorbereitet und auch bei der Beantragung eines Stipendiums erfolgreich unterstützt. Ich hatte vorher wenig Zeit für eine intensive Vorbereitung und dort hat das Infopaket im Flugzeug gut geholfen.

Warum hast du dich für live&learn entschieden? Haben wir deine Erwartungen erfüllt oder hast du deine Entscheidung bereut?
Ich wurde in Südafrika kaum betreut, was aber vielleicht auch daran liegt, dass ich kaum Probleme hatte und meine Gastmutter mir im Zweifelsfall immer geholfen hat.

Warum hast du dich für live&learn entschieden? Haben wir deine Erwartungen erfüllt oder hast du deine Entscheidung bereut?
Ich habe mich für live&learn entschieden, weil es die einzige Organisation war, die etwas im sozialen Bereich in Verbindung mit Sport angeboten hat. Ich würde live&learn weiter empfehlen.



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